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26. November 2009

Marianne Dölz im Porträt: "Unter Druck entstehen Diamanten"

Marianne Dölz Marianne Dölz ist die erste Frau an der Spitze von IQ Media, der Vermarktungstochter der Handelsblatt-Gruppe.

Ein Jahr lang Pause machen und um die Welt reisen. Statt Meetings nur noch Sand zwischen den Zehen und den Tag dahinplätschern lassen. Vor diesen Aussteigerträumereien war auch Marianne Dölz nach über 20 Jahren im Agenturgeschäft nicht gefeit. Von dem Traum blieben ihr sechs Wochen in Australien, wo sie bei 37 Grad durchs Outback wanderte. Den Rest ihrer dreimonatigen Pause verbrachte sie in Frankreich und „auf Malle oder mit der Wohnungssuche in Düsseldorf“.

Mit Charme und reichlich Biss

Seit Oktober ist Marianne Dölz Sprecherin der Geschäftsführung von IQ Media, der Vermarktungstochter der Düsseldorfer Handelsblatt-Gruppe. 160 Mitarbeiter berichten an die 42-Jährige, die zuvor 18 Jahre lang bei dem Medianetwork Initiative gearbeitet hat. Bei der Hamburger Agentur übernahm die Werbekauffrau 2006 den CEO-Posten. Ihre Ausbildung machte sie bei Kinomat in ihrer Geburtsstadt Wuppertal.
Als sie sich im Juni nach 18 Jahren bei der Hamburger Mediaagentur Initiative verabschiedete, war ihr Vertrag mit der Düsseldorfer IQ Media längst nicht in trockenen Tüchern. Aber sie wäre auch ohne einen Jobjoker im Ärmel gegangen. Die 42-Jährige ist hart im Nehmen, darüber können weder ihre kleine Statur noch die leise Stimme hinwegtäuschen. Ihr ganzes Leben lang habe sie keinen Konkurrenzkampf gescheut und sich immer mit den Besten gemessen. Vermessen wirkt Dölz dabei nicht und bislang ging ihre Strategie auf. Als eine der wenigen Agenturmanagerinnen dieser Republik schaffte sie es bis an die Spitze eines Medianetworks. Ihr vorgesetzter Sparringspartner bei Initiative war Dirk Wiedenmann, der seinen Posten an sie abtrat, nachdem er zum Europachef der Agentur gekürt worden war. In ihrer direkten Art standen sich die beiden in nichts nach und hatten so manchen Strauß miteinander auszufechten.

Kein schlechtes Basistraining für eine Agenturchefin, die sich selbst als „lebensbejahende Realistin mit einem gut ausgeprägten Selbstbewusstsein“ beschreibt. Vieles wollte sie bei IM anders machen, scheiterte aber letztendlich an der Innovationsunlust der IM-Holding Interpublic und der immer schwieriger werdenden wirtschaftlichen Lage in der gesamten Werbebranche.

Im Printlager von IQ Media, wo seit Oktober ihr Zelt steht, sieht es leider auch nicht viel besser aus. „Im Moment macht es nicht gerade Spaß, bei einem Printmedium zu arbeiten, aber Freude macht mir die große Akzeptanz, die ich hier erfahre“, gibt Dölz unumwunden zu. Im Gegensatz zur Agentur werde sie hier zwar von allem gesiezt und überhaupt ginge alles etwas steifer zu. Aber dieses tradierte Verhalten habe auch schöne Elemente. „Vor jedem Meeting begrüßen sich alle Teilnehmer mit Handschlag. Eine sehr schöne Sitte“, findet die Vermarktungschefin.

Fragebogen

Was erhoffen Sie sich von der neuen Regierung? Wirtschaftswachstum
Was erwartet die Branche 2010? Eine minimale Erholung
Der Wechsel von der Agentur- auf die Medienseite ist wie? Change happens Lieblingslogo? Lamborghini
Motto? Unter Druck entstehen Diamanten
Was treibt Sie an? Streben nach Excellence
Beste Eigenschaft? Ehrlichkeit
Größte Schwäche? Große Ungeduld
Inspiration? Reisen und mit Leuten reden
Lieblings-CD? Klassik Lounge I
Erste Tätigkeit im Büro? E-Mails lesen
Überrascht stellt sie jedoch fest, dass sich der Arbeitsalltag bei einem Printanbieter gar nicht so gravierend von dem bei einer Agentur unterscheidet. Auch in der Vermarktung müssten die Kommunikationsaufgaben der Werbekunden gelöst werden. Wie bei einer Agentur erwarteten die Kunden auch von IQ Media marktgerechte Preise und neue Impulse. „Diese Impulse und Ideen sind essenziell, um 2010 im Kampf um die Marktanteile bestehen zu können“, betont Dölz. Was sie für ihren neuen Arbeitgeber im Köcher hat, will sie aber noch nicht verraten.

Noch muss sie sich an alles gewöhnen und hofft, mit ihrem pragmatischen Führungs- und Arbeitsstil überzeugen zu können. Schon seit IM-Zeiten ist ihr bewusst, „dass es an der Spitze einsam und beinhart ist“. Mittlerweile kommt sie aber damit klar, „dass man auf Führungsebene kein Feedback mehr bekommt“. Geholfen hat ihr ein Coach, mit dem sie die vergangenen drei Jahre zweimal im Monat alle beruflichen Dinge durchgesprochen hat. „Davon habe ich sehr profitiert und ich würde das auch Männern empfehlen.“ Sagt’s und lächelt dabei gewohnt charmant. E. Jacob


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HORIZONT 20/2012 vom 17.05.2012
Springer denkt um: Vermarktungschef Peter Würtenberger will mit Asmi Aufgaben von Kreativ- und Mediaagenturen übernehmen

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