Leute
2. Juli 2009
Yvonne Bauer im Porträt: Hartnäckig, mutig, ehrgeizig
Großverleger Heinz Bauer kürt seine Tochter Yvonne zur Kronprinzessin.Warum gerade die Zweitjüngste?
Dass spätestens jetzt der Ernst des Berufslebens beginnt, das kann Yvonne Bauer in dieser Woche auch an ihrer Arbeitsumgebung ablesen: Kein transparentes Büro mehr mit Glaswänden zum Gang und zu den Nebenzimmern – sondern gediegene, dunkle Räume mit braunem Teppichboden und Holzwänden. Keine mittlere Etage mehr – sondern ganz oben. Kein Nebengebäude mehr – sondern Haupthaus. In diesen Tagen steigt die 32-Jährige von der Vertriebs- in die Geschäftsleitung der Bauer Media Group auf.
Mit der Berufung seiner zweitjüngsten Tochter in das höchste Führungsgremium des familieneigenen Großverlags leitet Heinz Bauer, 69, den Übergang zur 5. Generation ein. Zwar schließt er nicht aus, dass weitere Töchter aufrücken könnten; dies hänge auch von den Ambitionen der übrigen drei ab, lässt Bauer wissen. Doch zugleich macht er deutlich, dass er viel von klaren Entscheidungsverhältnissen – und damit unterschiedlichen Gesellschafteranteilen – hält. Mit anderen Worten: Yvonne ist die Kronprinzessin, die zukünftige Verlegerin.
Knapp 1,8 Milliarden Euro Umsatz (2008), über 280 Zeitschriften in 15 Ländern, über 7000 Mitarbeiter: Das sind respektable Aussichten für eine Berufsstarterin mit eher schöngeistiger Ausbildung. Germanistikstudium in Bamberg (1997 bis 2002), Volontariat und Lektorarbeit bei Ganskes Buchverlag Hoffmann und Campe, der unter anderem Siegfried Lenz und die Literaturnobelpreisträgerin Doris Lessing verlegt – da erscheint der Weg zu Vaters Haus, obwohl ebenfalls in Hamburg ansässig, denkbar weit. Hier wird Yvonne Bauer weiterhin den Vertrieb verantworten und künftig zusätzlich die Verlagsgeschäfte in München („Bravo“) und Rastatt („Freizeitwoche“, „Rätsel Blitz“, „Perry Rhodan“, „Bussi Bär“).
Fragebogen
Größte Herausforderung? Das Leben
Motto? Es kommt nicht darauf an, wie oft man hinfällt, sondern wie oft man wieder aufsteht.
Wichtigste Inspirationsquelle?
Meine Familie
Vorbild in der Kommunikationsbranche? Mein Vater
Was tun Sie gegen Stress? Yoga
Unverzichtbare Lektüre?
Pascal Mercier: „Lea“
Letzter Kinobesuch? „Illuminati“
Welches Auto fahren Sie privat? Smart
Lieblings-CD? Morcheeba
Zuletzt gekauft? Ein Haarshampoo
Motto? Es kommt nicht darauf an, wie oft man hinfällt, sondern wie oft man wieder aufsteht.
Wichtigste Inspirationsquelle?
Meine Familie
Vorbild in der Kommunikationsbranche? Mein Vater
Was tun Sie gegen Stress? Yoga
Unverzichtbare Lektüre?
Pascal Mercier: „Lea“
Letzter Kinobesuch? „Illuminati“
Welches Auto fahren Sie privat? Smart
Lieblings-CD? Morcheeba
Zuletzt gekauft? Ein Haarshampoo
Ehrgeizig, fleißig, wissbegierig sei sie, sagen einige. Sie lasse andere Meinungen zu. Und: „Sie hat keine Allüren und keinen Dünkel, sondern will nur ihre Aufgaben unbedingt gut erledigen.“ Manche mahnen, Yvonne möge sich ab und zu vergegenwärtigen, dass Mitarbeiter ihr bestimmtes Auftreten oft kaum als bodenständigen Diskussionsanstoß interpretieren, sondern als Befehl der Verlegertochter. So hofft ihr Vater, Yvonne möge „die Dinge als Familienmitglied nicht von der hohen Warte aus betrachten, sondern sich trauen, Fragen zu stellen“.
Seine zweitjüngste Tochter treibt wohl eher das Pflichtgefühl, das Familienerbe zu wahren und zu mehren, als die Begeisterung über die vielen bunten Blätter oder die pure Lust am Kalkulieren. Bemerkungen ihres Vaters zeigen einen ausgeprägten familiären Corps- und Arbeitsgeist. Seine Töchter „erfüllen ihre Rolle im Verlag bisher gut“, würden aber sicherlich kein leichtes Erbe antreten. Yvonne selbst sagt: „Mein Motor ist die emotionale Bindung an unser Unternehmen.“ Beruf als Berufung? Nicht in erster Linie Glück möchte man ihr bei der Lebensaufgabe wünschen, sondern viel mehr: Glücklichsein. Roland Pimpl
Weitere Nachrichten aus Leute
- Ibrahim Evsan im Porträt: „Menschen spielen gerne zusammen“
- Eric Bader wird weltweiter Chief Strategy Officer von Initiative
- Axel Kroll ist Mitglied der WAZ-Geschäftsleitung
- Hubertus von Lobenstein startet eigene Agentur
- Horlbeck wird zweiter Chef bei Sonnenklar.tv
- Societäts-Verlag holt Kopmann als Leiter Corporate Publising
- Marketingchef Thorsten Krahn verlässt Mars Drinks
- Münchener Zeitungsverlag: Christoph Mattes verlässt das Unternehmen von Verleger Ippen
- Volker Greiner steigt bei Emirates auf
- Fischer Appelt setzt Bernhard Jodeleit als neuen Standortleiter ein
Career News
Karrieremagazin
Highlights aus Horizont.Net
HORIZONT Print

HORIZONT 10/2010 vom 11.03.2010
Das Top-Thema der Woche: Martin Sorrell gilt als Freund
klarer Worte. Auch in Bezug auf das abgelaufene Geschäftsjahr
redet der Chef der weltgrößten Agenturholding WPP
nicht um den heißen Brei herum. „2009
war ein brutales Jahr“, steht in der Konzernbilanz.
Zum Inhalt
Jetzt diese Ausgabe oder Abo bestellen







