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Tipps

10. Juli 2008

Bettina Fackelmann: Vertrauen sichert Effizienz und Kreativität

Bettina Fackelmann Kommunikationsagenturen und -abteilungen haben es doppelt schwer: Einerseits bringt es ihr Geschäft mit sich, dass es oft schneller gehen muss als anfangs vorstellbar war. Andererseits befördern enge Timings Konflikte, was einer vertrauensvollen Zusammenarbeit abträglich ist. Diese aber ist essentiell für kreative, gar innovative Ergebnisse.

Wozu dient Vertrauen in Unternehmen?

Vertrauen dient der Reduktion von Komplexität. Bildhaft gesprochen: „Da draußen ist die Hölle los, aber wir schaffen das schon zusammen." Oder: „Ich kann mich drauf verlassen, dass meine Kollegen mich in Windeseile mit exakt den Informationen versorgen, die der Kunde plötzlich braucht."

Aber so schön Vertrauen auf den ersten Blick wirkt: Zuviel davon kann auch hinderlich sein und zu Laissez-faire-Haltungen und einem Mangel an nötigem Biss führen. Es braucht also professionelles Vertrauensmanagement, um sicher auf dem richtigen Grat unterwegs zu sein.  

Woran erkennt man, ob die eigene Unternehmenskultur ausreichend Vertrauen umfasst?

Ob man sich dem Maß an Vertrauen im eigenen Unternehmen widmen sollte, kann man mittels Fragen wie den folgenden einfach herausfinden:

- Wie viel Ihrer Arbeitszeit ist Ihrer eigentlichen Arbeit gewidmet -wie viel bringen Sie für Abstimmungen mit zu vielen Beteiligten, „Meetings nach den Meetings" und dem Klären von Konfliktsituationen auf?

- Bekommen Sie umfassende Informationen, um profund entscheiden zu können -oder werden Ihnen die unvorteilhaften öfter verschwiegen?

- Inwiefern beeinflussen solche Faktoren die Reaktionsgeschwindigkeit und Innovationskraft Ihres Verantwortungsbereiches bzw. des ganzen Unternehmens?

Die Expertin

Bettina Fackelmann berät Unternehmen und öffentliche Organisationen mit dem Fokus Kommunikation. 12 Jahre praktische Erfahrung in einer international tätigen Unternehmensberatung und namhaften Kommunikationsagenturen kombiniert sie mit einer systemischen Herangehensweise, die sie im Rahmen einer zertifizierten Coaching-Ausbildung und ihrer wissenschaftlichen Arbeit entwickelt hat. Ihre Dissertation zum Thema „Spezifika der Kommunikation in Veränderungsprozessen" erscheint im Herbst 2oo8.

Wie kann professionelles Vertrauensmanagement etabliert werden?

Vertrauen und Misstrauen werden durch Kommunikation gebildet. Dies geschieht individuell, Patentrezepte gibt es nicht. Aber: Vertrauensbildende Kommunikation ist eine Führungsaufgabe. Die Spitze setzt die Signale, welche Kommunikation für den einzelnen Mitarbeiter Erfolg versprechend ist. Sie ist auch dafür verantwortlich, Vertrauen schädigendes Verhalten zu erkennen und zu unterbinden, beispielsweise durch aggressive oder unfair arbeitende Mitarbeiter.

Das so flüchtig erscheinende Phänomen Vertrauen braucht fundierte Methoden, mittels derer es entwickelt werden kann. Eine Auswahl:

- Eine profunde Analyse, wo Stärken und wo Schwachstellen bestehen (beispielsweise in mangelnder Orientierung bzgl. der Unternehmensziele, destruktivem Verhalten einzelner Mitarbeiter) und vieles mehr.

- Förderung der Stärken und gezielte Entwicklung der Schwachstellen, z.B. durch Einzel- und Teamcoachings

- Controlling, beispielsweise indem vertrauensbildende Kommunikation ein relevanter Faktor der Mitarbeiterbeurteilung wird

Was kann der Einzelne sofort tun? „Man kann nicht nicht kommunizieren" - Paul Watzlawick macht deutlich, dass Kongruenz und Integrität wesentlich für vertrauensbildende Kommunikation sind. Noch leichter geht es mit einem Lächeln. Bettina Fackelmann


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