Tipps
14. Januar 2010
Expertentipp von Antje Lenk: Wie finde ich den richtigen Interim Manager?
Was ist zu tun, wenn eine Führungskraft aufgrund einer unerwarteten Krankheit ausfällt, ein Sonderprojekt kurzfristig externes Know-How verlangt oder sensible Aufgaben in Restrukturierungs- und Sanierungsprojekten übernommen werden müssen? Kritische Unternehmenssituationen erfordern stets schnelle und effiziente Lösungen. In diesem Fall entscheiden sich immer mehr Unternehmen für Interim Manager, denn sie gelten als „Feuerlöscher“ für kritische Projekte und Aufgaben. Großbritannien und die Niederlande machen es seit Jahren erfolgreich vor. Doch gerade bei der temporären Übernahme von Management-Aufgaben ist die Auswahl des richtigen Interim Managers das A und O für den erfolgreichen Einsatz im Unternehmen. Antje Lenk, Geschäftsführerin bei Bridge IMP in München, vermittelt Führungspersönlichkeiten und gibt an dieser Stelle Tipps, worauf man bei der Auswahl eines Interim Managers achten muss:1. Formulieren Sie klare Ziele, an denen der Interim Manager später auch gemessen wird: Was soll der Interim Manager erreichen, welche Aufgaben oder Projekte müssen umgesetzt werden? Interim Manager legen vom ersten Tag an los und gehen mit großer Einsatzbereitschaft an die Arbeit. Jenseits von „Folien-Malerei“ und langwieriger Konzept-Erstellung krempeln Interim Manager die Ärmel hoch, übernehmen operativ ausgerichtete Management-Aufgaben und zeichnen auch unternehmerisch für ihre Arbeit verantwortlich. Deshalb brauchen sie ein klar umrissenes Ziel. Dazu gehört auch, die bisherigen Hindernisse und Hürden klar zu definieren: Warum ist die Umsetzung der Aufgabe bislang gescheitert? Genauso wichtig ist es im gegenseitigen Interesse auch, festzulegen, was nicht zu den Aufgaben des Managers auf Zeit gehört. Nur so können Missverständnisse bereits im Vorfeld ausgeräumt werden.
2. Setzen Sie ein konkretes Anforderungsprofil des Interim Managers auf: Welche Person stellen Sie sich vor Ihrem geistigen Auge vor? Welche Qualifikationen und Fähigkeiten muss der Kandidat mitbringen? Hier machen scheinbare Kleinigkeiten manchmal den Unterschied aus. Oftmals findet ein Interim Manager beispielsweise schneller Zugang in ein bestehendes Team, wenn er den regionalen Akzent spricht. Vergangene Erfolge aus ähnlichen Projekten vermitteln den neuen Kollegen Vertrauen und Sicherheit. Derartige Erfahrungen sowie ein empathisches, zugewandtes Auftreten verschaffen dem Interim Manager einen „Respekt-Vorsprung“ und tragen zum erfolgreichen Gelingen des Projektes bei. Neben diesen „soft skills“ gehört natürlich die fachliche Qualifikation zur unverzichtbaren Grundausrüstung eines Managers auf Zeit.
3. Legen Sie einen Budgetrahmen fest: Interim Manager bringen Höchstleistungen und setzen Projekte und Aufgaben zielgerichtet innerhalb kurzer Zeit um. Diese Arbeit hat ihren Preis und dieser muss in die Planung einbezogen werden. Unternehmen sollten dem Kandidaten oder Vermittler ihre Preisvorstellungen frühzeitig kommunizieren. Übrigens: Professionelle Interim Management Provider können bereits im Erstgespräch einen Preisrahmen für die Vermittlung angeben. So werden spätere „Kosten-Überraschungen“ von Anfang an vermieden.
Die Expertin
Antje Lenk ist Geschäftsführerin bei Bridge IMP und vermittelt branchenunabhängig und
überregional Interim Manager der ersten und zweiten Führungsebene in Konzerne und
mittelständische Unternehmen. Davor war sie acht Jahre Geschäftsführerin bei
ZMM.
überregional Interim Manager der ersten und zweiten Führungsebene in Konzerne und
mittelständische Unternehmen. Davor war sie acht Jahre Geschäftsführerin bei
ZMM.
5. Wählen Sie den für Sie passenden Interim Management Vermittler und fühlen Sie ihm auf den Zahn: Manche Provider arbeiten nach dem „Gießkannen-Prinzip“ und schicken ihren Kunden massenhaft ungeprüfte Lebensläufe. Vermittler wie Bridge IMP punkten hingegen mit einer detaillierten Beratung und empfehlen dem Kunden nur ausgewählte Interim Manager. Diese Vermittler beschäftigen sich sehr intensiv mit dem Unternehmen und der zu bewältigenden Aufgabe. Darüber hinaus kennen sie die Interim Manager persönlich und können aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung deren Qualifikationen genau einschätzen.
6. Stellen Sie sicher, dass auch der Vermittler Qualitätssicherung garantiert: Fragen Sie unbedingt nach Referenzen, nach vergangenen ähnlichen Projekten, bei denen der Vermittler tätig war. Steht der Provider nach der Vermittlung eines Interim Managers bei Fragen zur Verfügung und begleitet er Kunde und Manager auch während des Projekts weiter? Lernen Sie den Vermittler am besten in einem persönlichen Gespräch kennen. Dieser sollte sich für das Gespräch Zeit nehmen und auf Sie und Ihre Anforderungen eingehen.
Fazit: Interim Manager haben sich mit ihrem ungetrübten Blick von außen als temporäre „Retter in der Not“ bewährt. Um die häufig kniffligen Management-Aufgaben zu bewältigen, die sich aus Insolvenzvermeidung, Umstrukturierung oder Firmenakquisitionen ergeben, muss der Interim Manager die passenden Qualifikationen und Fähigkeiten mitbringen. Um diese richtig einschätzen zu können und eine schnelle Auswahl des passenden Managers zu gewährleisten, spielen Vermittler eine entscheidende Rolle. Wichtig: Geben Sie Ihrem Bauchgefühl eine Chance. Als Kunde des Providers dürfen und müssen Sie Fragen stellen, Wünsche äußern und sich „bedienen“ lassen. Nur so finden Sie den Manager auf Zeit, der perfekt zu Ihrem Projekt passt. Antje Lenk
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