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09.09.2010

Tipps


15. Juli 2010

Expertentipp von Carsten Franke: Employer Branding in Agenturen

Carsten Franke Agenturen haben oft den Ruf, wenig Platz für ein Privatleben zu lassen, schlecht zu bezahlen und zu wenig für ihre Talente zu tun. Potenzial für Employer Branding gibt es allemal, denn bei Agenturen ist es ähnlich wie bei anderen Unternehmen: Bekannt sind nur die, die mit ihren Produkten und/oder Dienstleistungen sowie gewonnenen Awards wahrgenommen werden. Dies fällt auf und vermittelt einen positiven Eindruck. Wie es aber in Wirklichkeit ist, für diese Agenturen zu arbeiten, erfahren potenzielle Bewerber kaum.

Das Bild einer Agentur als Arbeitgeber entsteht in erster Linie durch die Eindrücke und Informationen, die direkt aus dem Unternehmen kommen. Der Weg geht hierbei hauptsächlich über die Mitarbeiter. Deshalb sollte eine Agentur ihre Mitarbeiter als Botschafter betrachten, die idealerweise gerne und positiv über ihren Arbeitgeber berichten. Um eine Arbeitgebermarke aufzubauen und davon beim Recruiting zu profitieren, sind viele Faktoren zu beachten.

Wertschätzen und einbinden

Damit Arbeitnehmer positiv über ihre Agentur berichten, bedarf es der Wertschätzung durch ihren Arbeitgeber. Das hängt in erster Linie mit ihrer Führung zusammen, kann aber auch durch die Übertragung von Verantwortung und einen intensiven Informationsfluss zwischen den Hierarchieebenen ausgedrückt werden. Besonders wichtig ist dieser Informationsfluss beim Aufsetzen eines Employer-Branding-Prozesses. Die Mitarbeiter müssen darüber informiert sein, dass etwas geschieht und im optimalen Fall auch eingebunden werden - möglichst bereits bei der Analyse vonUntenehmen, Image, Zielgruppen und Konkurrenz.

Der Experte

Carsten Franke ist Vorstand der Bad Nauheimer Agentur Milch & Zucker, die auf HR Marketing Solutions und E-Recruiting spezialisiert ist.
Unternehmenskultur schaffen

Neben Wertschätzung und Einbindung der Mitarbeiter ist es wichtig, eine einzigartige Unternehmenskultur zu schaffen, die auf einer klaren strategischen Ausrichtung basiert, die auch den Mitarbeitern bekannt ist. Denn bereits durch eine klare Ausrichtung können Fachleute und Interessierte erreicht werden. Innerhalb der Unternehmenskultur gilt es Rahmenbedingungen zu schaffen, die die Mitarbeiter motivieren und zu Höchstleistungen anspornen. Welche Leistungen dies jeweils sind, ist individuell vereinbar. Wichtig ist, dass Mitarbeiter und Agentur von den Maßnahmen profitieren. Die Bandbreite der Möglichkeiten ist groß und reicht unter anderem von Duschen für Sportbegeisterte, Einzel- anstatt Großraumbüros und regelmäßigen Mitarbeiterevents.

Work-Life-Balance ermöglichen

Besondere Bedeutung hat die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben. Hier können Agenturen durch Home-Office-Angebot, Teilzeitarbeit oder auch Sabbaticals auf ihre Mitarbeiter zugehen und so die Attraktivität als Arbeitgeber erhöhen. Wichtig bei allen genannten Maßnahmen ist, dass sie von den Mitarbeitern angenommen werden. Dann wirken sie meist besser als hohe Gehälter. Carsten Franke


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HORIZONT 36/2010 vom 09.09.2010
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