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Tipps

12. August 2010

Expertentipp von Ewald Manz: Die letzten Tage beim alten Arbeitgeber

Ewald Manz Wenn es im Zusammenhang mit einem beabsichtigten Stellenwechsel darum geht, einem sich neu orientierenden Kandidaten gute Ratschläge mit auf den Weg zu geben, wird man in aller Regel vor allem darüber sprechen, wie die ersten einhundert Tage im neuen Unternehmen erfolgreich zu bewältigen sind. Vernachlässigt wird in einem solchen Kontext gerne, dass auch das Verhalten während der letzten Tage beim bisherigen Arbeitgeber für die weitere Laufbahn einer Fach- oder Führungskraft von durchaus großer Bedeutung sein kann. Dies gilt insbesondere dann, wenn der zum Wechsel entschlossene Kandidat seinen Abschied in der alten Firma auf vielleicht nicht ganz so stilvolle Art und Weise gestaltet.

Nun wird es in der Regel durchaus so sein, daß es handfeste Gründe dafür geben mag, wenn sich ein Kandidat für einen neuen Arbeitgeber entscheidet. Möglicherweise hat man ihn bei anstehenden Beförderungen übergangen. Möglich auch, daß erfolgreich beendete Projekte von den Vorgesetzten nicht in dem Maße gewürdigt worden sind wie erhofft.

Der Experte

Ewald Manz ist Senior Client Partner von Korn/Ferry International in Deutschland und  Mitglied der Global and European Consumer Market Group. Er ist spezialisiert auf Senior Executive Suchen in den Branchen Media & Entertainment in Deutschland und EMEA. Seine Expertise in diesem Branchensegmenten basiert auf 22 Jahren Berufserfahrung in unterschiedlichen leitenden-  und eschäftsführungspositionen bei so bekannten Unternehmen wie Nestle, 3M, BASF, Hasbro und Walt Disney. Seit dem Jahr 2000 ist Ewald Manz in der Personalberaterbranche tätig
Derlei Begebenheiten zum Anlaß zu nehmen, die letzten Tage beim bisherigen Arbeitgeber für eine Art Abrechnung mit all jenen zu nutzen, die scheinbar oder vielleicht auch offensichtlich nicht der Lage waren, das Karriere-Potential eines Menschen zu  erkennen, wäre dennoch falsch. Sollte es beispielsweise so sein, daß der alte und der neue Chef recht gut miteinander bekannt sind - was insbesondere bei einem Wechsel innerhalb derselben Branche gar nicht so abwegig ist -, könnte nämlich eine Situation eintreten, die für den wechselnden Kandidaten alles andere als vorteilhaft ist: „Also der Meier ist ja durchaus ein guter Mann. Aber wie er sich bei uns in den letzten Tagen vor seinem Wechsel aufgeführt hat - kein Stil, sage ich Ihnen, kein Stil. Im Nachhinein bin ich ja froh, daß wir ihn nicht auf unsere Key-Accounts losgelassen haben."

Vor diesem Hintergrund sollten Fach- und Führungskräfte, bei denen einen Stellenwechsel unmittelbar bevorsteht, folgende Tipps beherzigen:


Verhalten Sie sich gegenüber Vorgesetzten und Kollegen auch während der letzten Tage jederzeit korrekt.

Prahlen Sie nicht mit Ihrer neuen Funktion oder mit Ihrem neuen, besseren Gehalt.

Achten Sie darauf, daß Sie Ihre Aufgabe bis zum Schluß gewissenhaft erledigen.

Sorgen Sie proaktiv dafür, daß eine korrekte Übergabe an Ihren Nachfolger stattfinden kann. Ewald Manz


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HORIZONT 05/2012 vom 02.02.2012
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