Tipps
22. Juli 2010
Expertentipp von Karin F. Hallinger: Stilsicher im Büro - auch im Sommer
Die Rekord-Sommerhitze in Deutschland nimmt kein Ende. Wer nicht am Strand oder im Freibad liegen, oder sich über eine Klimaanlage im Büro freuen kann, fragt sich schnell, ob der Business-Dresscode an heißen Tagen nicht ausnahmsweise etwas lockerer zu sehen ist. Etikette-Expertin und Benimm-Trainerin Karin F. Hallinger aus Landsberg am Lech gibt Tipps, wie Sie auch bei hohen Temperaturen stilsicher durch den Büro-Sommer kommen.Grundsätzlich hängt der angemessene Dresscode von der allgemeinen Unternehmenskultur sowie von der Funktion der einzelnen Mitarbeiter ab. Für einen Angestellten in einer Eisdiele gelten natürlich andere Regeln als für einen Unternehmensberater im Außendienst. Da der Dresscode letztendlich ein Ausdruck der Rücksichtnahme ist und dazu dienen soll, die Gefühle anderer nicht zu verletzten, kann jedes Unternehmen seine eigenen Regeln aufstellen. Da ist nichts in Stein gemeißelt.
Manche Dinge werden allerdings fast nirgendwo akzeptiert: Grenzwertig sind etwa sehr kurze Miniröcke, bauchfreie Tops oder sichtbare Unterwäsche, aufpassen sollte man auch bei Tops mit Spaghettiträgern, zu tiefen Ausschnitten oder transparenten Kleidern. Die meisten Firmen bestehen auf bedeckten Schultern im Büro, so dass im Zweifelsfall eine luftige Kurzarmbluse die bessere Alternative ist. Röcke und Kleider sollten mindestens knielang sein. Es versteht sich von selbst, dass die Beine sauber rasiert und sehr gepflegt sein sollten. Eher konservative Firmen bestehen auch im Sommer auf einer Nylonstrumpfhose. Flip-Flops sind bei den meisten Arbeitgebern ebenfalls unerwünscht, in manchen Firmen sind sie auch aus Sicherheitsgründen untersagt. Festere, elegante Sandalen aus Leder sind bei modernen Unternehmen häufig akzeptiert - sofern die Füße sich sehen lassen können -, ansonsten sind Pumps eine kaum wärmere Alternative.
Seit 2004 ist Karin F. Hallinger selbstständig als Dozentin der Akademie Handel und als Business-Trainerin tätig. Sie betreut mittelständische Betriebe und Großkonzerne. Ihre Kerngebiete sind Knigge, Stil und Benimm für den privaten und beruflichen, nationalen und internationalen Einsatz.
Wenn Sie unsicher sind, was Sie tragen können und was nicht, orientieren Sie sich einfach an Ihrem Chef. Wenn der Vorgesetzte trotz hoher Temperaturen einen Anzug trägt, dann legt er offenbar Wert auf sehr korrekte Kleidung. Die Mitarbeiter sollten dann ebenfalls ein seriöses Business-Outfit wählen. Wenn er im T-Shirt erscheint, dürfen auch Sie es lockerer angehen lassen. Wer sich an die firmeninternen Gepflogenheiten hält und bei Kundenterminen die seriösere Variante wählt, kann wenig falsch machen.
Arbeitsrechtlich steht es dem Chef eines Unternehmens frei zu bestimmen, wie der Dresscode aussehen soll. Das heißt, er oder sie kann auch bei hohen Temperaturen auf Anzug beziehungsweise Kostüm plus Strumpfhose bestehen. Das gilt insbesondere für Firmen mit Kundenkontakt. Eine Bankberaterin in Minirock und Top ist undenkbar. Da die meisten Banken, Versicherungen und ähnliche Firmen aber klimatisiert sind, ist dezentere und angemessene Kleidung in der Regel auch zumutbar. Und nach Feierabend darf das Businesskostüm dann gern gegen ein luftiges Sommerkleid und Flip-Flops getauscht werden! Karin F. Hallinger
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