Tipps
12. Mai 2011
Expertentipp von Katrin Klemm: Gezielte Körpersprache von Frauen - Subtile Ansätze, die wirken
Was bremst sie aus? Sie sind kompetent und engagiert. Doch es nützt ihnen nichts? Befördert werden die anderen? Die coolen Jobs gehen an ihnen vorbei? Katrin Klemm, Beraterin, Trainerin und Coach, schildert, wie Frau ihre Wirkung und Signale verbessern kann, damit ihre Körpersprache nicht zum Karrierekiller wird.Kurze Bestandsaufnahme: Erstellen Sie sich eine Liste aller Menschen und Umstände, aller Karrierekiller, die sie am Vorankommen hindern, beispielsweise die Old-boys-networks, ein Kleinkind mit Abo auf Kinderkrankheiten immer dann, wenn in der Agentur eine entscheidende Präsentation ansteht, ein Kollege, der wie selbstverständlich ihre Ideen als die eigenen verkauft, ….
Stehen sie selbst auch auf ihrer Liste? Kann es sein, dass sie einfach nicht so wirken, als wären sie für diesen Job die erste Wahl? Keine Sorge, ihr Make Up stimmt und beim ‚Dress for sucess’ macht ihnen so schnell keine(r) etwas vor. Doch ihr Körper signalisiert ein „Ach, ich weiß nicht“, selbst wenn sie laut „Ja ich mach das“ schreien.
Dann sieht es so aus, als ließe ihre Körpersprache sie im Stich. Zeit, etwas dagegen zu unternehmen.
Körpersprache: Freund oder Feind?
Auf den ersten Blick ist es oft nebensächlich, ob sie kompetent sind. Entscheidend ist, ob sie kompetent wirken. Irgendwann kommt der Moment, in dem es darauf ankommt, WAS wir sagen. Doch nur wenn wir mit einer souveränen Ausstrahlung überzeugen, hört man sich die Inhalte überhaupt an. Wenn sie davon ausgehen, dass sich ihre brillante Idee schon durchsetzen wird, weil man doch merken wird, wie hart sie dafür gearbeitet haben, sitzen sie leider einem Trugschluss auf.
Nur wenn sie wahrgenommen werden haben sie eine Chance. Dafür nutzen sie drei Dinge:
1. Ihren persönlichen Willen zur Wirkung
2. Das Bewusstsein über ihre Körpersprache
3. Authentizität und Flexibilität im persönlichen Ausdruck
Zu 1) Eine klare innere Haltung schafft eine klare Körpersprache
Überprüfen sie, wie oft sie vor Selbstbewusstsein strotzen, wenn es um die Verteilung prestigeträchtiger und karrierefördernder Aufgaben geht. Wie oft zweifeln sie an sich, ob sie alle notwendigen Fähigkeiten mitbringen? Zu lange?! Während sie noch grübeln, haben ihre männlichen Kollegen schon zugesagt. Das, was wir über uns und andere denken und das was unser Körper dabei (oft unbewusst!) ausstrahlt, bilden eine Einheit.
Zum einen bestimmen unsere Gedanken unsere äußere Wirkung. Überlegen sie sich, mit welchen Sätze sie sich von innen den nützlichen Push geben. Entschlossenheit strahlen sie aus mit: „Ich habe gute Chancen. Ich habe etwas drauf und das werde ich zeigen.“ Vice versa: mit einer aufrechten Körperhaltung und lockeren Schultern vertraut man ihrer Souveränität eher, als mit zusammengebissenen Zähnen und verknoteten Händen und Füßen.
Denn widersprechen sich verbale und nonverbale Botschaft, glauben Empfänger immer zuerst der non-verbalen. Das haben wir über Jahrhunderte gelernt.
Zu 2) Zeigen sie ein deutliches Profil – gewusst wie
Lächeln – ist eine wunderbare Gabe, wenn man sie bewusst einsetzt. Sie können eine angespannte Situation damit deeskalieren. Wenn es ihnen notwendig erscheint, freundlich und harmlos zu wirken, dann tun sie es. Geht es jedoch darum, ihre Kompetenz unter Beweis zu stellen und zu zeigen, dass sie mehr als nett sind, dann gehen sie sparsam damit um.
Die Expertin
Katrin Klemm ist als Unternehmensberaterin, Managementtrainerin, Agenturcoach bei dem Hamburger Unternehmen Die Kernforscher Klemm & Sealey tätig.
Machen sie sich gerade. Richten sie Kopf und Körper auf statt sich hängen zu lassen. Der schräg gelegte Kopf ist ein typisch weibliches Körpersignal – nett, harmlos, hilflos. Es kommt auf die Wirkung an, die sie erzielen wollen – steht ihnen ein empörter Chef gegenüber, ist es nützlich mit einer freundlichen Geste zuerst einmal ‚die Luft rauszulassen’. Geht es bei der Verteilung attraktiver Jobs aber um den besten Teil des Kuchens, dann halten sie den Kopf gerade. Stehen sie auf beiden Beinen, das Körpergewicht auf beiden Füßen verteilt. So gewinnen sie Standfestigkeit und kein rauer Kollegenwind kann sie umpusten. Ein ruhiges gemessenes Auftreten bekommt ihrer kompetenten Wirkung besser als hektische, schnelle Bewegungen, die von Unruhe und Unsicherheit zeugen.
Zu 3) Bleiben sie authentisch und flexibel
Wirkungsvolle Körpersprache ist nicht das Einstudieren von Mimik und Gestik. Der effektive Einsatz von Körpersprache beginnt mit Bewusstheit dessen, was ich tue. Moshe Feldenkrais bringt es auf dem Punkt „Wenn ich weiß was ich tue, kann ich tun, was ich will“
Authentisch ja. Doch wenn ihre Authentizität die einer grauen Maus ist, wundern sie sich nicht, wenn sie nur die ‚unterirdischen’ Fleiß-Jobs bekommen, die sonst keiner will.
Entscheiden sie sich, die Initiative zu ergreifen statt abzuwarten, bis man sie auffordert. Geben sie sich innerlich einen klaren deutlichen Auftrag, z.B.: „Ich werde entschlossen auftreten. Meine Idee ist gut und das werde ich Schritt für Schritt überzeugend darstellen.“ Freunden sie sich mit dem Gedanken an, sich im Rampenlicht zu präsentieren und aktiv für sich und ihre Fähigkeiten die Trommel zu rühren. Das ist ihr Preis fürs Vorankommen.
Dann entdecken sie Ausdrucksmöglichkeiten ihrer Körpersprache. Experimentieren sie damit, welche Wirkung sie mit kleinen Veränderungen erzeugen. Frauen sind Meisterinnen der Subtilität – nutzen sie alles, was sie schon gut können – aber bewusst. Flexibilität in ihrem Verhaltensrepertoire ist die Schlüsselkompetenz, um sich selbst und andere zu steuern. Humor und Charme sind immer erlaubt, wenn es sie ihrem Ziel näher bringt. Katrin Klemm
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