Tipps
17. Dezember 2009
Expertentipp von Martin Poreda: Wie sollen Unternehmen mit Arbeitgeberbewertungen umgehen?
Produktbewertungen sind in den deutschsprachigen Ländern zu einem festen Bestandteil der Internetkultur geworden. Seit 2007 können Interessierte in Deutschland, Österreich und der Schweiz sich auch über Arbeitgeber auf dafür spezialisierten Plattformen informieren. Die Plattform Kununu hat mittlerweile über 38.000 Bewertungen veröffentlicht. Gerade zu Beginn galten solche Arbeitgebewertungsportale vielen Arbeitgebern als „bedrohliche Seite“ von Web 2.0. Mittlerweile nutzen immer mehr Unternehmen sie, um ihre Arbeitgebermarke zu stärken und den kritischen Dialog mit (potenziellen) Mitarbeitern zu führen. Wie können Arbeitgeber diese Plattformen möglichst produktiv in das eigene Personalmarketing einbauen? Kununu-Chef Martin Poreda gibt Arbeitgebern Tipps zu richtigen Umgang mit den Arbeitgeberbewertungen.Stellen Sie sich den veränderten Realitäten:
Das Personalmarketing der Zukunft wird ein Dialog mit den kritischen Zielgruppen sein, keine unidirektionale Werbekampagne. Ob es gefällt oder nicht – User Generated Content und Web 2.0 bringen für Arbeitgeber den Verlust des Informationsmonopols in eigener Sache mit sich.
Behalten Sie im Auge, wie ihr Unternehmen im Internet wahrgenommen wird:
Der Experte
Martin Poreda ist Geschäftsführer der Arbeitgeberbewertungsplattform Kununu. Der 33-Jährige hat Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Personalwirtschaft studiert – und im Anschluss zehn Jahre in verschiedenen Unternehmen gearbeitet. Seine Erfahrungen als Angestellter und Bewerber weckten in ihm den Wunsch nach einem Internet-Tool wie Kununu. 2007 setzte der Wiener die Idee zusammen mit seinem Bruder Mark in die Tat um. Mittlerweile ist Kununu.com die größte Website dieser Art im deutschsprachigen Raum. Kununu bietet Arbeitnehmern in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Möglichkeit, ihren Arbeitgeber anonym zu bewerten und dabei Verbesserungen anzuregen. Bewerber können auf kununu Arbeitgeber nach ihren individuellen Präferenzkriterien suchen.
Widerstehen Sie der Versuchung, Bewertungen direkt zu manipulieren:
Einige Unternehmen haben in den vergangenen Jahren zum Beispiel Versatzstücke aus ihrer Arbeitgeberimage-Broschüre in Form von Bewertungen publiziert. Ein derartiges Vorgehen wird von den Nutzern solcher Plattformen rasch erkannt – und erzielt damit das Gegenteil.
Wägen Sie mögliche juristische Schritte sorgfältig ab:
Jenseits eindeutiger Fälle von Missbrauch (zum Beispiel persönliche Schmähungen) sind Nutzen und Risiken eines juristischen Vorgehens deutlich abzuwägen. Häufig folgt auf den undifferenzierten juristischen Holzhammer im Web 2.0 eine deutlich negative Resonanz des bewertenden Lesepublikums.
Fordern Sie stattdessen ihre Mitarbeiter aktiv zu Abgabe von Bewertungen auf:
Damit schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie betreiben internes Personalmarketing nach innen, weil Sie Mitarbeitern Offenheit für Feedback signalisieren. Nach außen kommunizieren sie auf diese Art glaubwürdig gegenüber potenziellen Mitarbeitern. Martin Poreda
Weitere Nachrichten aus Tipps
- Expertentipp von Anja-Mareen Decker: In Social Networks rechtlich auf der sicheren Seite sein
- Expertentipp von Karin F. Hallinger: Stilsicher im Büro - auch im Sommer
- Expertentipp von Carsten Franke: Employer Branding in Agenturen
- Expertentipp von Ewald Manz: Über die Planbarkeit von Karrieren
- Expertentipp von Uwe Lorenz: Über Spielregeln bei Kongressen und Empfängen
- Expertentipp von Jens-Uwe Meyer: Ideenfindung im Innovationsworkshop - eine Checkliste für bessere Ideen
- Expertentipp von Oliver Wegner: Die fünf häufigsten Fehler bei der Auswahl von Vertriebsmitarbeitern
- Checkliste: Den richtigen Trainingspartner auswählen
- Expertentipp von Markus Jung: Fernlernen für Anfänger
- Expertentipp von Annette Eicker: Was tun, wenn sich nach der Kündigung der Boden unter den Füßen auftut?
Career News
Karrieremagazin
Highlights aus Horizont.Net
HORIZONT Print

HORIZONT 30/2010 vom 29.07.2010
Das Top-Thema der Woche: Group M konzentriert sich verstärkt auf digitale Angebote und neue Märkte
Zum Inhalt
Jetzt diese Ausgabe oder Abo bestellen







