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31.07.2010

Tipps


7. Januar 2010

Expertentipp von Roman Brinckmann: Employer Branding mit 140 Zeichen

Roman Brinkmann Alle Welt redet von Twitter und immer mehr nutzen es. Das gilt auch für Unternehmen in Deutschland, die den Mikro-Blogging-Dienst verstärkt in ihrer Personalkommunikation einsetzen. Newmedia- und Web-2.0-Experte Roman Brinkmann formuliert fünf Basics zum Umgang mit den Kurznachrichten.

Twitter ist für die Generation Y selbstverständlich

Der offene Austausch und der Aufbau von Netzwerken auf Xing, Youtube, Facebook und eben auch Twitter ist für die Generation Y, also die Gruppe der Absolventen, die jetzt auf den Arbeitsmarkt drängt, in der Regel ein selbstverständlicher teil ihres Kommunikationsverhaltens. Diese Zielgruppe erwartet, dass sich moderne Unternehmen mit den neuen Medien beschäftigen. Im Kontext Personalmarketing eröffnet das Web 2.0 zahlreiche neue Möglichkeiten der Kontaktaufnahme. Twitter ist ein gutes Beispiels dafür, wie man sowohl faktenbasiert-sachlich als auch sehr persönlich kommunizieren kann. Für die Ansprache von Professionals ist Twitter indes zurzeit noch nicht der richtige Weg.

Nicht nur Jobangebote lassen sich twittern

Neue Jobangebote lassen sich gut per Twitter ankündigen. Der Tweet gibt den Link auf die Karrierewebsite des Unternehmens mit ausführlichen Informationen an. Darüber hinaus können einzelne Mitarbeiter – und das ist dann persönlicher – über ihren Berufsalltag berichten. Die Leser können umgekehrt Kontakt zu Unternehmen aufnehmen, Fragen stellen oder Kommentare abgeben. Weitere Inhalte sind in viele Richtungen denkbar wie etwa Bewerbungstipps oder zusätzliche Einblicke in die Unternehmenswelt.

Twitter muss in Employer-Branding-Strategie integriert werden

Strategisch integriertes Personalmarketing ist viel mehr als nur Twitter. Dennoch eignet sich die Kommunikation mit Twitter hervorragend als „Appetizer“ für mehr Informationen auf einer Karriere-Website oder als Einstieg in einen direkten und persönlichen Dialog mit der Personalabteilung. Von daher sollte Twitter – vorausgesetzt es handelt sich um eine Twitter-kompatible Zielgruppe – immer ein Bestandteil im Kommunikationsmix einer Employer-Branding-Strategie sein.

Der Experte

Seit März 2009 ist Roman Brinkmann bei der Medienfabrik Gütersloh als Bereichsleiter E-Business tätig. Im Embrace-Team fungiert er als Experte für neue Technologien und Web-2.0-Anwendungen. Zuvor hat er neun Jahre bei Elefant Seven in Bielefeld gearbeitet. In den vergangenen fünf Jahren als alleinvertretungsbevollmächtigter Geschäftsführer für das Bielefelder und Bonner Büro mit etwa 60 Mitarbeitern. In dieser Zeit hat sein Bereich ein Wachstum im zweistelligen Bereich generiert. 2004 aht er zudem das Joint Ventures text2net zwischen Elephant Seven und Charax gegründet, das sich um Content-Verwaltung und -Pflege im Internet kümmert.

Fakten und Emotionen richtig mischen

Die richtige Mischung aus Fakten und Emotion ist wichtig. Von einem Karriere-Tweet werden mit Sicherheit Informationen zu neuen Jobs erwartet, aber wer einem Unternehmen persönlich folgt, möchte auch die Menschen hinter einer Personalmarketing-Kampagne kennenlernen. Darüber hinaus sind für die gesamte Kommunikation Authentizität und Offenheit wichtig. Man darf keine leeren Versprechungen machen oder tolle Marketingbotschaften kommunizieren, die einer intensiveren Prüfung in der Realität nicht standhalten. In Zeiten von Arbeitgeberbewertungsplattformen ist der Aufbau eines Hochglanzbildes eher gefährlich als nützlich. Wichtig ist zudem eine zeitnahe Reaktion auf Anfragen, egal ob sie per Twitter, E-Mail oder Telefon erfolgen.

Unternehmensweites Verständnis für Twitter schaffen

In vielen Unternehmen wird Personalmarketing noch nicht als Querschnittsaufgabe verstanden. Die enge Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen und ein gemeinsames Verständnis der Employer-Branding-Strategie sind aber auch mit Blick auf den Twitter-Einsatz wichtig. Denn es ist nicht möglich, jeden Tweet erst in einem langwierigen Abstimmungsprozess zwischen verschiedenen Abteilungen freigeben zu lassen. Dafür ist diese Art der Kommunikation zu schnell und direkt – anders als bei Artikeln oder Interviewanfragen.

Fazit und Ausblick

Twitter ist ein spannendes HR-Instrument für die Ansprache der Web-2.0-affinen Generation Y. Dabei sollte Twitter immer in die Employer-Branding-Strategie des Unternehmens eingebunden sein. Twitter, die Prognose sei gewagt, ist nicht Second Life. Auch in fünf Jahren wird die schnelle Art der Kommunikation mit Kurzmitteilungen noch existent sein – vielleicht weiter selbstständig oder integriert in eine größere Plattform mit mehr Funktionen. Roman Brinkmann


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HORIZONT 30/2010 vom 29.07.2010
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