HORIZONT.net HORIZONTjobs HORIZONTpeople www.HORIZONTstats.de

Tipps

1. Juli 2010

Expertentipp von Uwe Lorenz: Über Spielregeln bei Kongressen und Empfängen

Wer sich berufsbedingt häufig bei Kongressen oder Empfängen sehen lassen muss, weiß was gemeint ist. Wenn es bei derlei Veranstaltungen darum geht, mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen, offenbaren selbst gestandene Führungskräfte mitunter nicht für möglich gehaltene Schwächen. Da wird gedrängelt, wenn das Bedienpersonal die Canapees reicht. Da wird die vom Gesprächspartner überreichte Visitenkarte achtlos in der Brusttasche des Jacketts verstaut oder auch schon mal das Lächeln einer Gesprächspartnerin als Einladung zu einem Flirt mißverstanden. Berater Uwe Lorenz, Inhaber Consulting Intern, gibt Tipps, wie der Besuch von Kongressen und Empfängen zum beruflichen Erfolg wird.

Die Tatsache, daß Menschen, die auf eine solche Art und Weise auffällig werden, selbst in unseren doch eher legeren Zeiten gleich gegen eine ganze Anzahl von Benimmregeln verstoßen, ist das eine. Daß durch derlei unbedachtes Verhalten aus einem auch unter Karriere-Gesichtspunkten spannenden Kongress oder Empfang ganz schnell eine Veranstaltung der verpaßten Chancen werden kann, ist das andere.

Ähnlich wie bei einem Rendezvous, wo kein Mensch auf die Idee käme, der Dame seines Herzens mal eben so den Gruß aus der Küche vom Teller zu stiebitzen, sollte man auch bei den oft nach einem langen Arbeitstag stattfindenden Business-Events darum bemüht sein, den anwesenden Menschen und der Situstion gerecht zu werden.

Eine Visitenkarte, die von einem Gesprächspartner überreicht worden ist, behält man während der Unterhaltung entweder in der Hand oder platziert sie vor sich auf dem Tisch. Abgesehen davon, daß man so immer wieder die Möglichkeit hat, sich wichtige Informationen Aber seinen Gesprächspartner ins Gedächtnis zu rufen, wird das Gegenüber einen solchen Umgang mit der Geschäftskarte einfach als wertschätzend empfinden. Oder fänden Sie es gut, wenn die eigene Visitenkarte wie eine Pizzawerbung achtlos in der Tasche Ihres Gegenübers verschwinden würde?

Auch sollte man darauf verzichten, einen Kongress oder einen Empfang als Flirtveranstaltung zu mißzuverstehen. Beschäftigt man sich mit entsprechenden Untersuchungen, so fällt auf, daß in geschäftlichen Zusammenhängen agierende Damen in aller Regel zwei Dinge absolut nicht ausstehen können: Laufmaschen ohne Ersatz-Strumpfhose und Herren, die sich in informellen Gesprächs-Situationen nicht regelkonform verhalten. Angesagt sind also Zugewandtheit verbunden mit einer professioneller Distanz, die es allen Beteiligten ermöglicht, auch nach einem verplauderten Abend am nächsten Tag harmonisch die Dinge des Tages anzupacken. Einmal ganz abgesehen davon, daß die Dame, mit der Sie sich am Stehtisch gerade worüber auch immer unterhalten, möglicherweise schon morgen Ihre neue Chefin sein könnte.

Eine erhöhte Fehlerquote ergibt sich nicht selten auch dann, wenn man bei einer solchermaßen informellen Gelegenheit auf hoch- oder höchstrangige Vertreter eines Unternehmens oder einer Branche trifft. Hier sollte man es einfach halten wie bei einer zufälligen Begegnung mit dem Bundespräsidenten oder der englischen Königin. Nun würde es jeder normale Mensch vermeiden, unserem Staatsoberhaupt oder der Queen ein Gespräch aufzuzwingen zu wollen, und genauso sollten wir es auch halten, wenn wir bei einem Business-Event auf einen Top-Akteur treffen. Angesagt sind Bescheidenheit und Zurückhaltung. Kleiner Trost: Sollte man sich tatsächlich für uns interessieren, kann man die gestellten Fragen ja immer noch so beantworten, daß man als geistreicher und interessanter Gesprächspartner in Erinnerung bleibt. Uwe Lorenz


Weitere Nachrichten aus Tipps


 

Career News

HTML Text


HORIZONT Print

Seite1Klein0512.jpg

HORIZONT 05/2012 vom 02.02.2012
FAZ klagt gegen IVW: Verlagschef Tobias Trevisan fordert gesonderte Ausweisung der Auflage von "Welt am Sonntag kompakt"
Zum Inhalt
Infos zum HORIZONT-Abo