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25. August 2011

Traineeprogramme sind vor allem eins: sehr unterschiedlich

Gemein haben Traineeprogramme vor allem eins: Sie sind nicht standardisiert. Anders als bei tariflich geregelten Berufseinstiegsprogrammen wie Volontariaten, setzt jeder Arbeitgeber sein Traineeprogramm selbst auf. „Es gibt keine allgemeinen Regeln für Traineeprogramme. Aber rechtlich sind die Trainees anderen Arbeitnehmern mit befristeten Arbeitsverträgen gleichgestellt“, sagt Kevin Heidenreich, Referatsleiter Bildungspolitik/Hochschule beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag.

Führungskraft oder Spezialist:

Trotz aller Unterschiede bezüglich Dauer, Struktur, Inhalt und Bezahlung haben sich zwei Arten von Traineeprogrammen etabliert: das allgemeine Traineeprogramm und das Fachtraineeprogramm. Bei Ersterem durchläuft der Trainee verschiedene Abteilungen und arbeitet an mehreren Projekten, um sich selber seinen Übernahmebereich auszusuchen. Bei einem Fachtraineeprogramm legen Arbeitgeber und Trainee bereits bei der Einstellung fest, in welchem Arbeitsgebiet der Trainee seine gesamte Ausbildung absolviert. Während dieser Zeit nimmt er an verschiedenen Seminaren und Workshops teil. Auch kann er in andere Abteilungen hineinschnuppern, um Kontakte zu knüpfen und Zusammenhänge zu erschließen.

Ablauf:

Traineeprogramme sind in der Regel in vier Bausteine gegliedert: Nach einer mehrwöchigen Einführungsphase folgen die spezifische fachliche Qualifikation, ein Auslandsaufenthalt und dann die Spezialisierung. Die gesamte Dauer der Ausbildung beträgt zwölf bis 24 Monate. Dieser Rahmen wird ergänzt durch Fortbildungsangebote auch zu sogenannten weichen Themen wie Teamarbeit oder Führung.

Bezahlung:

Ihren Trainees zahlen Agenturen durchschnittlich 1300 Euro brutto pro Monat. Nachwuchskräfte, die digitales Wissen mitbringen, erhalten als Trainees mehr: Für sie gibt es zwischen 1700 und 1900 Euro brutto pro Monat - zumindest laut Aussage der Agenturen, die bereit sind, das zu zahlen und deshalb auch gerne dazu Auskunft geben. Die anderen schweigen, denn Ausreißer nach unten gibt es natürlich auch im digitalen Bereich. Damit liegen aber auch die Digital-Trainees deutlich unter dem, was Trainees über alle Branchen hinweg in Deutschland durchschnittlich verdienen: Laut der Alma Mater Gehaltsstudie 2011 sind es 39.000 Euro brutto pro Jahr - umgerechnet auf in der Agenturbranche übliche 12 Monatgehälter bekommen deutsche Trainees also im Schnitt 3250 Euro brutto im Monat.

Weitere Informationen:

Wer sich auf die Suche nach Broschüren oder anderem Informationsmaterial bei Institutionen wie der Bundesagentur für Arbeit oder dem DIHK macht, wird nicht fündig: Sie haben dazu nichts formuliert. Im Internet sind dennoch einige Quellen zu finden, die Orientierung bieten. Vor allem zwei Quellen stechen heraus: Auf dem Portal My-Trainee.de sind umfassende Informationen zu Ablauf, Programmarten und Gehalt sowie Erfahrungsberichte zu finden. Gleiches gilt für Trainee-gefluester.de, das von den Betreibern des Portals Absolventa vor zwei Jahren gegründet wurde. Trainee-gefluester stellt aufgeräumt und übersichtlich eine Trainee-Datenbank plus ergänzende Infos wie Unternehmensprofile, Gehaltsübersicht und ein Trainee-Blog bereit. Die Unternehmensprofile sind allerdings keine redaktionellen Einträge, sondern von den Arbeitgebern bezahlt. ems


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HORIZONT 20/2012 vom 17.05.2012
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