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Trends

19. Februar 2013

Besetzbarkeit von Stellen bleibt Problem – Internet dominiert Recruiting

Nahezu alle deutschen Unternehmen suchen Mitarbeiter. Mehr als ein Drittel der Stellen (37,2 Prozent) stufen die Arbeitgeber als schwierig zu besetzende Vakanzen ein, fast 6 Prozent sogar als nicht besetzbar. Der Trend geht deshalb nach Ansicht von Tim Weitzel, Professor an der Universität Bamberg und Leiter der Studie „Recruiting Trends 2013“, vom Arbeitgeber- zum Bewerbermarkt, auf dem sich immer Unternehmen bei den fehlenden Fachkräften bewerben und nicht umgekehrt. Für die Studie hat das Team um Weitzel und seinen Frankfurter Kollegen Andreas Eckhardt, Professor an der Goethe Universität, die 1000 größten deutschen Unternehmen befragt.

Bestätigt wird dies durch die zweite Studie, die Weitzel am heutigen Dienstag in Darmstadt gemeinsam mit dem Karriereportal Monster vorgestellt hat: Fast die Hälfte der für die „Bewerbungspraxis“ befragten über 6000 Arbeitnehmer schätz ihre Karrierechancen optimistisch ist, im Arbeitsgebiet IT sind es sogar fast 60 Prozent.

Geeignete Maßnahmen, um im eigenen Unternehmen gegen den Fachkräftemangel zu kämpfen, sind nach Ansicht der Arbeitgeber vor allem interne Ausbildungsmaßnahmen (92,4 Prozent), flexible Arbeitszeitmodelle (88,8 Prozent), Telearbeit/Home Office (78,6 Prozent) und Recrutierung von Frauen (72,6 Prozent).

Ihre offenen Stellen publizieren die Arbeitgeber vor allem auf der eigenen Website (90 Prozent) und zu mehr zwei Dritteln auf Internet-Stellenbörsen (69,1 Prozent). Die Bedeutung von Printmedien bleibt dahinter deutlich zurück, in den Stellenmärkten von Zeitungen und Zeitschriften werden nur noch 18,4 Prozent der Stelleangebote geschaltet – damit liegen diese fast gleich auf mit Social Media.

Das Internet dominiert auch bei den Einstellungen: Rund 37 Prozent realisieren die Personaler mittlerweile über Internet-Stellenbörsen und ein weiteres Drittel über die eigene Unternehmens-Website. Über Printmedien kommen 11 Prozent der Einstellungen zustande. Social Media spielt hier mit 3,1 Prozent fast noch keine Rolle.

Das persönliche Netzwerk ist dagegen bei der Qualität der Kandidaten am wichtigsten, dient es doch 82,5 Prozent der Firmen als effektivster Kanal, um die besten Fachkräfte zu finden. Aber auch die Unternehmens-Website und Online-Jobbörsen kommen bezüglich der Effektivität mit 75,5 und 72,2 Prozent gut weg. Neben den Mitarbeiterempfehlungen zählen die drei Kanäle auch zu den effizientesten Wegen, um Kandidaten zu rekrutieren.

Die Kandidaten informieren sich am häufigsten (62,1 Prozent) in Internet-Stellenbörsen über Jobs. Unternehmens-Websites steuern dagegen nur 37,4 Prozent zu diesem Zweck an, Karrierenetzwerke wie Xing nutzen 28,1 Prozent und Printmedien immerhin fast 25 Prozent. Relevant sind zudem Empfehlungen von Bekannten, auf die sich 22,1 Prozent verlassen.

Social Media spielt weiterhin für den Rekrutierungs-Prozess eine untergeordnete Rolle. Zwar stufen 50 Prozent der befragten Unternehmen Social Media für das Recruiting positiv ein. Die überwiegende Mehrheit hat zudem die Erkenntnis gewonnen, dass Social Media das Erlernen neuer Fähigkeiten verlangt. Gleichzeitig haben aber nur 16,1 Prozent der Arbeitgeber eine Social-Media-Strategie, nur 22 Prozent einen redaktionsplan und weniger als ein Drittel (27,4 Prozent) haben ihre Social-Media-Maßnahmen mit anderen abgestimmt. ems


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