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17. Juni 2010

Business-Frauen fordern Quote

Unter weiblichen Führungskräften mehren sich die Stimmen, die eine Frauenquote in Unternehmen gutheißen – vor allem, weil sich die Managerinnen offenbar sicher sind, dass sich ohne eine solche doch nichts bewegen wird. So hat beispielsweise das Wirtschaftsmagazin „Capital“ die Mitglieder des European Women's Management Development International Network (EWMD) zum Thema Frauenquote befragt. 88 Prozent der teilnehmenden weiblichen Führungskräfte sprachen sich für eine gesetzliche Frauenquote aus. „Deutschland kann es sich in Zeiten von Wirtschaftskrise und Fachkräftemangel nicht mehr leisten, die Hälfte des Potentials seiner Bevölkerung ungenutzt zu lassen und auf eine freiwillige Selbstverpflichtung der Wirtschaft zu warten“, kommentiert Karin Uphoff das Ergebnis. Sie ist Pressesprecherin des 800 Mitglieder starken Verbands, der in 25 Ländern tätig ist, und EU-Unternehmensbotschafterin.

Auch 94 Prozent der im Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU) organisierten Business-Frauen befürworten Aktivitäten, die zur Erhöhung des Frauenanteils in Aufsichtsgremien und Führungspositionen beitragen sollen. Darunter fällt etwa die kürzlich verabschiedete Verschärfung des Corporate Governance Kodex, der für Konzerne entsprechende Berichtspflichten einführt. Unternehmen müssen sich dann dafür rechtfertigen, wenn Frauen in Führungsgremien wie etwa dem Aufsichtrat keine Berücksichtigung finden, heißt es. Eine gesetzliche Quote wünschen sich 50 Prozent der Umfrage-Teilnehmerinnen beim VdU, 21 Prozent sind dagegen, der Rest unentschieden. Gefragt wurde speziell nach einer festgeschriebenen Regelung zur Steigerung von Frauen in Aufsichtsräten. ems


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HORIZONT 20/2012 vom 17.05.2012
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