Trends
21. Juli 2010
Frauen in Führungspositionen: Trendwende bleibt aus
Nach wie vor sind Frauen in Chefetagen der Privatwirtschaft eher die Ausnahme. Zudem verdienen die wenigen Frauen in Führungspositionen immer noch deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Das geht aus dem Führungskräfte-Monitor 2010 hervor, den das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erstellt hat.Demnach liegt der Anteil der Frauen an den Führungskräften in der Privatwirtschaft seit 2006 bei 27 Prozent - und das, obwohl über die Hälfte der Angestellten Frauen sind. Männer dominieren auf allen Führungsebenen. Dabei ist ein klares Hierarchiegefälle zwischen den Geschlechtern zu beobachten: Auf der unteren Managementebene sind Frauen mit 39 Prozent am häufigsten vertreten, in den Vorständen großer Unternehmen kommen sie so gut wir gar nicht an. Bei den Hochschulabschlüssen haben Frauen seit 2001 um sieben Prozentpunkte auf 67 Prozent 2008 zugelegt (Männer: 62 Prozent).
Der Frauenanteil in Führungspositionen ist mit 37 Prozent am höchsten in jüngeren Jahren, wenn noch keine Kinder vorhanden sind, und sinkt in der Kernerwerbsphase zwischen 35 bis unter 55 Jahren auf ein Viertel. In Führungspositionen arbeiten vollzeitbeschäftigte Männer im Durchschnitt 48, Frauen 45 Wochenstunden. Unter den vollzeitbeschäftigten Führungskräften leisten Frauen zudem deutlich mehr Familienarbeit als Männer. Dies ist vor allem der Fall, wenn Kinder im Haushalt vorhanden sind. Bei immerhin knapp jeder zweiten weiblichen Führungskraft ist die Arbeitsteilung im Haushalt mit dem Partner gleichberechtigt organisiert. Insgesamt sind in Führungspositionen Frauen mit 43 Prozent auch seltener verheiratet als Männer (63 Prozent) und führen häufiger Partnerschaften ohne Trauschein. Rund zehn Prozent aller Führungskräfte haben einen Migrationshintergrund.
Der durchschnittliche Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern in Führungspositionen betrug im Jahr 2008 etwa 28 Prozent und hat sich somit gegenüber 2006 nicht verändert. Zudem erhalten Frauen auch weniger monetäre und nicht-monetäre Sondervergütungen als Männer. np
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