Trends
14. Januar 2010
GWA HRM Studie 2009: Trotz Krise sind Mitarbeiter von Kommunikationsagenturen zufrieden
Mit der HRM-Studie legt der GWA erstmals eine größere Bestandsaufnahme der Personalstruktur seiner Mitgliedsagenturen vor. Ihr Ergebnis überrascht teilweise: Die Flaute scheint das Arbeitsklima in den Agenturen kaum zu dämpfen. Der GWA arbeitet daran, das auch BWLern zu vermitteln, damit der Mangel an diesen Fachkräften sich nicht verstärkt.Agenturen wollen das Gleiche wie alle anderen Unternehmen: die besten Absolventen. In manchen Bereichen bekommen sie sie. In anderen nicht. Dramatisch ist dabei, dass dies vor allem in den für die Kommunikationsdienstleister zukunftsentscheidenden Arbeitsgebieten wie der Beratung, dem Planning und den neuen Medien so ist. Die Einstiegsgehälter sind niedrig, die Arbeitsabläufe chaotisch, Mitarbeiter werden ausgebeutet und Aufstiegschancen gibt es kaum. So lauten die wohl gängigsten Vorurteile, die die High Potentials lieber bei Unternehmensberatungen und Internetfirmen nach einem Einstieg suchen lassen.
Damit soll eine Studie des Gesamtverbands Kommunikationsagenturen GWA zumindestest teilweise aufräumen, mit der der Verband erstmals eine größere Bestandsaufnahme der Personalstruktur seiner Mitgliedsagenturen vorlegt: „Unsere HRM-Studie zeigt, dass Agenturen gerade von High Potentials nachgefragte Möglichkeiten wie schnelle Übernahme von Verantwortung, flache Hierarchien und gutes Arbeitsklima bieten“, sagt Verbandsgeschäftsführer Ralf Nöcker. Tatsächlich sind die meisten der 574 online befragten Beschäftigten mit ihrem aktuellen Arbeitsplatz eher zufrieden und bewerten ihn auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 6 (überhaupt nicht) mit 2,4. Am zufriedensten sind die Top-Führungskräfte (1,8). „Für viele dürfte überraschend sein, dass auch die Praktikanten ihre Tätigkeit gut bewerten. Das zeigt, dass Initiativen wie die Zertifizierung der Hospitanzen durch den GWA wirken“, sagt Nöcker. Zwischen der durch die Studie attestierten Gefühlslage der Agenturmitarbeiter und der trotz Krise hohen Wechselwilligkeit der Beschäftigten sieht Nöcker keinen Widerspruch: „Dass gute Mitarbeiter versuchen, Position und Gehalt durch einen Wechsel zu verbessern, ist kein Problem der Agenturbranche. Das ist überall so.“
Ein Problem, das laut Nöcker – sowie diverser Studien – die Demographie lösen wird, erfährt durch die GWA-Studie allerdings Bestätigung: Die Karrierechancen von Frauen in Agenturen sind nach wie vor bescheiden. Obwohl mehr als die Hälfte der Mitarbeiter weiblich sind, arbeiten nur 4 Prozent der Frauen als Agenturmanager auf höchster Ebene, bei den Männern sind es dagegen 13 Prozent – hier stehen Agenturen anderen Wirtschaftszweigen in nichts nach. „Aufgrund der demographischen Entwicklung werden spätestens 2015 auch Agenturen jede verfügbare Fachkraft halten müssen. Dann wird auch der schlimmste Frauenfeind nicht umhinkommen, qualifizierte weibliche Mitarbeiter zu fördern und auf ihre Rückkehr nach einer Babypause hoffen“, sagt er.Generell sind Agenturen offensichtlich kein Ort für Arbeitnehmer mit Familie: So haben 76 Prozent ihrer Mitarbeiter keine Kinder. Dies ist in erster Linie auch dem geringen Durchschnittsalter der Beschäftigten geschuldet, das bei 34 Jahren liegt. So ist das Gros der Mitarbeiter ohne Personalverantwortung, die immerhin 43 Prozent der Beschäftigten in Agenturen stellen, unter 20 Jahre alt. Ab Managementebene hat die Mehrheit die 40 überschritten. Im General Management ist sogar fast jeder Fünfte über 50 Jahre alt.Widerlegt wird mit den Studienergebnissen laut Nöcker das Vorurteil, in Agenturen tummele sich vor allem ein Heer von Quereinsteigern und Exoten, die entweder gar nicht oder etwas völlig Fachfremdes studiert haben. Dabei zählen sich nur 16 Prozent der Befragten zu der fachfremden Gruppe. Die große Mehrheit (83 Prozent) ist dagegen fachspezifisch ausgebildet. Mehr als die Hälfte bringen einen akademischen Abschluss von einer Universität (32 Prozent) beziehungsweise einer Fachhochschule (26 Prozent) mit.
Bestandsaufnahme
Studie: GWA HRM Studie 2009
Stichprobe: 39 HR-Abteilungen (Personalverantwortliche bei GWA-Agenturen ab 20 Mitarbeitern); 574 Beschäftigte aus Netzwerk- und inhabergeführten Agenturen aus allen Hierarchieebenen
Erhebungszeitraum: 15. bis 30. September 2009
Methode: Online-Interviews
Stichprobe: 39 HR-Abteilungen (Personalverantwortliche bei GWA-Agenturen ab 20 Mitarbeitern); 574 Beschäftigte aus Netzwerk- und inhabergeführten Agenturen aus allen Hierarchieebenen
Erhebungszeitraum: 15. bis 30. September 2009
Methode: Online-Interviews
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