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31.07.2010

Trends


8. März 2010

Lohnlücke zwischen Frauen und Männern: Deutschland ist weiterhin eines der Schlusslichter in der EU

Die Europäische Kommission für Beschäftigung, soziale Angelegenheiten und Chancengleichheit trommelt für ihr langfristiges Projekt „Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit“. Dabei handelt es sich um ein Maßnahmenpaket, dass helfen soll, die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern zu überwinden. Einzelne Motive waren am Wochenende unter anderem in überregionalen Tageszeitungen zu sehen. Sie weisen auf die Kampagnewebsite http://ec.europa.eu/equalpay hin, die in allen EU-Sprachen Materialen wie Poster und Broschüren bereit stellt.

Wirklich viel geholfen hat die Kampagne noch nicht: Wie die von Destatis veröffentlichen Zahlen zum Gender Pay Gap 2008, dem prozentualen Unterschied im durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von Männern und Frauen, zeigen, werden Frauen in Deutschland noch immer doppelt schlecht bezahlt: Sie verdienen weiterhin deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Außerdem sind die Unterschiede zwischen den Bruttostundenverdiensten größer als im europäischen Durchschnitt. Der Gender Pay Gap lag auch im Jahr 2008 deutlich über dem Durchschnitt der Europäischen Union (18 Prozent).

Die Zahlen von Destatis dürften ein wenig mit Vorurteilen gegenüber bestimmten nationalen Arbeitsmärkten aufräumen: Zu den wenigen der 27 EU-Nationen, in denen die Differenz bei der Bezahlung von Männern und Frauen noch größer als in Deutschland ist, gehören beispielsweise die Niederlande (23,2 Prozent) und Österreich (25,5). Italien war dagegen 2008 das Land mit den europaweit geringsten Unterschieden bei der Bezahlung von Männern und Frauen (4,9 Prozent), gefolgt von Slowenien (8,5), Rumänien und Belgien (jeweils 9) sowie Malta und Portugal (jeweils 9,2).

Die als Gender Pay Gap veröffentlichten Werte sind allerdings unbereinigt. Aussagen zum Unterschied in den Verdiensten von weiblichen und männlichen Beschäftigten mit gleichem Berufs, vergleichbarer Tätigkeit und äquivalenten Bildungsabschluss sind damit nicht möglich.ems


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HORIZONT 30/2010 vom 29.07.2010
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