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9. Februar 2012

Nachfrageboom auf dem Arbeitsmarkt für Werbeberufe ist vorbei

Die Stellenausschreibungen für Werberufe sind im vergangenen Jahr um 4 Prozent gestiegen. Das ist deutlich weniger als 2010, als die Stellenstatistik des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) ein Plus von 40 Prozent auswies. Nachfrageschwerpunkte waren laut dem ZAW Marketingberatung, Führungspositionen für Kreative und Media-Experten mit dem Fokus auf Digitalkommunikation.

Die spürbar abgeflaute Nachfrage hat ihre Kernursache nach ZAW-Beobachtung in der Abkühlung der Werbekonjunktur: Waren die Investitionen in Werbung 2010 noch um 2,4 Prozent gewachsen, erreichten sie im zurückliegenden Jahr voraussichtlich nur ein Plus von 1,4 Prozent. Für 2012 rechnet der Verband mit Stagnation (-0,4 Prozent).

Das Auf und Ab der Nachfrage nach Werbefachexperten eigne sich als Indikator für den Trend der Werbekonjunktur in Deutschland, berichtet der ZAW. So habe eine erstmals erarbeitete Langzeitanalyse der vergangenen drei Jahrzehnte den Zusammenhang zwischen Stellenofferten der Agenturen, werbenden Firmen und Medien sowie den Investitionen in Werbung sichtbar gemacht: Arbeitsplatzangebote in der Werbebranche verliefen parallel zur Werbeintensität. Allerdings seien die Ausschläge der Arbeitgebernachfrage erheblich stärker in den jeweiligen Konjunkturphasen nach oben oder unten. „Das demonstriert die hohe Flexibilität in der Personalpolitik aller drei Gruppen der Werbewirtschaft“, sagt ZAW-Sprecher Volker Nickel. Er sieht darin allerdings auch ein Problem, da die Flexibilität angesichts des demografischen Wandels und dem damit verbundenen Rückgang an verfügbaren Nachwuchsarbeitskräften auch zur Gefahr werden kann. „Gut beraten sind jene Betriebe, die Personal flexibel an sich binden und ihre Arbeitsplätze attraktiv halten. Da geht es nicht nur um wettbewerbsgerechte Entlohnung, sondern auch um weiche Faktoren wie bewegbare Arbeitszeiten und familienfreundliche Konzepte“, kommentiert Nickel die Entwicklung.

Die mit Abstand meisten Jobofferten kamen 2011 von den Agenturen: 82 Prozent und damit 3968 der 4849 Stellenangebote geht auf ihr Konto. Die Werbungtreibenden haben dagegen mit 302 Jobangeboten 13 Prozent weniger als im Vorjahr publiziert, das Stellenangebot der Medien für Werbeberufe ist sogar um ein Viertel auf 579 geschrumpft.

Dass einzig die Agenturen im vergangenen Jahr ihr Fachpersonal für Werbung stark nachgerüstet haben, ist für Nickel ein Indiz dafür, dass sich „die Werbeagenturen für ihre Auftraggeber wieder zu zentralen Wissenszentren entwickeln, wie ein Unternehmen Investitionen in Werbung gewinnbringend plant, durchführt und den Erfolg überwacht“. ems

Weitere Details und Analysen zur ZAW-Stellenstatistik gibt es in der Print-Ausgabe von HORIZONT, die am heutigen Donnerstag erscheint (Seiten 1 und 18).


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