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Trends

3. September 2010

Kienbaum-Studie: Soziale Netzwerke spielt noch keine große Rolle fürs Recruiting

Private soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter und StudiVZ sind aktuell noch dem Privatleben vorbehalten und für die Job- und Arbeitgebersuche wenig relevant. 63 Prozent der Studenten, Absolventen und Young Professionals bewerten den Auftritt von Unternehmen auf privaten Social Networks als negativ. Sie lehnen es ab, Berufliches mit Privatem zu vermischen. Nur acht Prozent der regelmäßigen User privater sozialer Netzwerke haben sich bereits mit Hilfe von privaten sozialen Netzwerken über einen geeigneten Arbeitsplatz informiert. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Studie von Kienbaum Communications, an der 1.155 Studenten, Absolventen und Young Professionals unterschiedlicher Fachrichtungen teilgenommen haben. Die Studie, die im Rahmen einer Masterarbeit mit der Studentin Ulrike Brand durchgeführt wurde, untersucht die Erwartungen und Präferenzen der Kandidaten-Zielgruppen an Arbeitgeberpräsenzen in privaten sozialen Netzwerken.

„Es sind auch viele Ängste mit im Spiel“, sagt Lisa Behrendt, Bereichsleiterin Online & Interactive bei Kienbaum Communications und Projektleiterin der Studie. Die Studenten und Berufseinsteiger befürchten laut Behrendt, dass die Personaler ein falsches Bild von ihnen bekommen könnten. So hält 32 Prozent der Befragten die Angst vor einem Zugriff auf ihr komplettes Profil davon ab, Fan oder Follower eines Unternehmens zu werden. Auch die Sorge, dass Arbeitgeber sehen könnten, welchen anderen Arbeitgebern ein Kandidat „folgt“ (13 Prozent) bremst das Social Media-Engagement aus.

Die Erwartungen von Studenten, Absolventen und Young Professionals an Arbeitgeberpräsenzen in sozialen Netzwerken sind je nach Fachbereich sehr unterschiedlich. Während im Schnitt 30 Prozent der Befragten sich prinzipiell vorstellen könnten, Fan oder Follower eines Unternehmens zu werden, stehen manche Zielgruppen dem Ganzen eher skeptisch gegenüber: 32,5 Prozent der Naturwissenschaftler schließen die Möglichkeit sogar ganz aus. Dabei sehen 44,4 Prozent der Wirtschaftswissenschaftler große Chancen in der Jobsuche über private soziale Netzwerke.

Das Recruiting über Social Media in Form von privaten sozialen Netzwerken hat nach Ansicht der Kienbaum-Berater dennoch Potenzial. Zuversicht in diesem Punkt liefern ihnen die Aussagen der Studienteilnehmer, die private soziale Netzwerke bereits täglich nutzen. 36,9 Prozent von ihnen können sich vorstellen in Zukunft Fan oder Follower eines Unternehmens zu werden. Für 20 Prozent der Befragten liegt der größte Anreiz in der Möglichkeit, einen schnelleren Kontakt zu Unternehmen und Personalverantwortlichen herstellen zu können. Weitere 18,6 Prozent erhoffen sich aktuelle Unternehmensinformationen. ems


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HORIZONT 05/2012 vom 02.02.2012
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