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7. April 2010

Stellenmärkte - Stefan Schmidt-Grell im Interview: „Wir bieten direkteren Kontakt zu Kandidaten und Firmen“

Stefan Schmidt-Grell Xing hat im vergangenen Jahr seine Angebotspalette für das Recruiting stark ausgebaut. Als Business-Netzwerk sind Sie in Deutschland Nummer 1. Wollen Sie auch auf dem Markt der klassischen Online-Stellenbörsen gewinnen? Xing hat eine eigenständige Positionierung, die nicht unmittelbar mit einer klassischen Online-Stellenbörse vergleichbar ist. Unsere Plattform ist ein Social Network für Business-Kontakte, das anderen Bedingungen unterliegt als eine Jobbörse.


Sie bieten seit Ende 2009 neben Textanzeigen auf Pay-per-Click-Basis auch Fixpreismodelle mit Logo-Einbindung sowie voll gestaltete Anzeigen an. Gleichzeitig bauen die Jobbörsen ihr Portfolio in Richtung Social Media aus. Was unterscheidet die Angebote noch? Bei den Anzeigenformaten haben wir unser Angebot erweitert und können jetzt verschiedenen Kundengruppen passende Platzierungen anbieten. Was uns abhebt, ist die Netzwerk-Komponente. Auf Xing sind über 3,7 Millionen potenzielle Kandidaten in Deutschland, Österreich und der Schweiz registriert. Wer unsere Recruiting-Angebote nutzt, hat einen viel direkteren Kontakt zu den Kandidaten beziehungsweise Unternehmen. Dennoch sehen wir uns nicht als direkte Konkurrenz zu den klassischen Jobbörsen, sondern als komplementäres Recruitingangebot.

Wie viele Stellen werden derzeit auf Xing offeriert? Die Zahl der Offerten spielt für uns eine untergeordnete Rolle – aber wir sprechen sicher nicht von einem Nischenmarkt. Bei Xing steht die Relevanz im Mittelpunkt. Wir wollen, dass unsere Nutzer nur auf Stellenangebote aufmerksam gemacht werden, die auch zu ihnen passen. Eine andere Vorgehensweise würde die User stören

Das soll bei der Einführung Ihrer neuen Recruitingangebote aber öfter passiert sein. Diese Erfahrung haben wir praktisch nicht gemacht. Nutzer, die sich in einem Business-Netzwerk anmelden, sind in der Regel daran interessiert, ihre Karriere voranzutreiben, sich mit bereits bestehenden Kontakten auszutauschen sowie das eigene berufliche Netzwerk auszuweiten. Deshalb begrüßen es viele Mitglieder, wenn sie auch einmal von einem Headhunter angesprochen oder auf potenziell interessante Stellenanzeigen hingewiesen werden. Natürlich gibt es auch Mitglieder, die beispielsweise aufgrund ihrer sehr speziellen Expertise von sehr vielen Headhuntern angesprochen werden. Aber die Mitglieder von Xing können jederzeit in ihrem Profil angeben, dass sie nicht kontaktiert werden wollen.

Die Stellenbörsen feilen stark daran, ihre Suchtechnik und damit die Matching-Qualität der Trefferlisten zu verbessern. Woran werden Sie in diesem Jahr arbeiten? Im vergangenen Jahr erzielte Xing im Segment E-Recruiting ein Umsatzwachstum von 11 Prozent, während der Gesamtmarkt einen Einbruch von rund 30 Prozent hinnehmen musste. Dieses Wachstum wollen wir fortführen. Ziel ist, die vielfältigen Möglichkeiten, die Xing sowohl Recruitern als auch Jobsuchenden bietet, noch bekannter zu machen.

Was heißt das konkret? Wie gesagt haben wir erst vor wenigen Monaten unseren Jobbereich mit neuen Produkten stark ausgebaut. Wir denken aber natürlich laufend darüber nach, mit welchen weiteren Features wir unsere Kunden begeistern können. So wäre es denkbar, Stellenanzeigen auch an anderer Stelle als lediglich im Jobbereich oder auf der Startseite anzeigen zu lassen. Hier ist sicher noch vieles möglich. Interview: Eva-Maria Schmidt


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HORIZONT 20/2012 vom 17.05.2012
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