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17. Januar 2013

Studie: Deutsche Studenten sind Praktikums-Muffel

Das Ergebnis dürfte so manchen Employer-Branding-Spezialisten in Unternehmen nachdenklich machen: Nur ein Drittel der europäischen Studenten lässt sich durch die mediale Präsenz eines Arbeitgebers beeinflussen. Entscheidender Faktor für die Karriereplanung ist für 60 Prozent der künftigen Akademiker das persönliche Bild, das sie während eines Praktikums erwerben. Das ist das Ergebnis einer Befragung von 925 Studenten, die der Haniel-Konzern durchgeführt hat.

Für 35 Prozent der Studenten führt das Praktikum tatsächlich zum Berufseinstieg und ist damit europaweit die am stärksten vertretene Einsiegsvariante, gefolgt vom Direkteinstieg (rund 30 Prozent) und Traineeprogrammen (23 Prozent). Sie ist bei den deutschen Studenten allerdings deutlich weniger beliebt, als beispielsweise in Frankreich und Italien: Während 58 beziehungsweise 53 des französischen und italienischen wirtschaftswissenschaftlichen Nachwuchses diese Form des Berufseinstiegs vorziehen, sind es hierzulande gerade einmal 22 Prozent.

Tipps aus dem persönlichen Umfeld sind bei Überlegungen zur Karriere beliebt. Dabei ist es egal, ob sie von Freunden kommen (37 Prozent) oder aus der Familie 35 Prozent). Dagegen ist die Beeinflussung durch Medien mit 29 Prozent deutlich geringer.

Zentrales Medium für die Karriereplanung ist (wen wundert’s) das Internet. Drei Viertel der befragten nutzen es besonders häufig dazu. Wichtig ist aber auch, was die Unternehmen auf ihren eigenen Unternehmensseiten veröffentlichen, denn diese werden von zwei Dritteln der Studenten bei der Karriereplanung herangezogen. Noch eine untergeordnete Rolle spielt dagegen das Social Web, das bislang von jedem 5. genutzt wird, um an der Karriere zu basteln.

Die Karriereziele der europäischen Studenten sind durchaus unterschiedlich. Italiener sind am stärksten karriereorientiert: 93 Prozent der Befragten ist es wichtig, Karriere zu machen. Auf den Plätzen zwei und drei folgen französische Studenten mit 80 Prozent und ungarische Studierende mit 79 Prozent. Weniger ehrgeizig sind junge Deutsche: Lediglich zwei Drittel sind hierzulande karriereorientiert. Noch weniger Wert auf eine steile Karriere legen österreichische Studenten (62 Prozent). Am loyalsten sind ungarische Studierende (60 Prozent), gefolgt von deutschen (57 Prozent) und italienischen (53 Prozent) Studenten. Das Schlusslicht bilden die Schweizer, von denen sich nur 39 Prozent als loyal bezeichnen. ems


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