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Trends

5. März 2010

Unternehmen bauen Personal trotz guter Geschäftsaussichten ab

Jedes dritte Unternehmen in Deutschland wird in diesem Jahr die Anzahl seiner Mitarbeiter reduzieren, obwohl fast die Hälfte der Firmen für 2010 eine positive Geschäftsentwicklung erwartet. Das ist das Ergebnis der Studie „HR-Klima Index 2010“ für die Managementberatung Kienbaum 233 Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt hat. In den beiden Nachbarländern ist der Trend gegenläufig: Zwar rechnen nur knapp ein Viertel der österreichischen Unternehmen mit steigendem Umsatz in diesem Jahr, dennoch geht ein Drittel von ihnen davon aus, dass die Zahl ihrer Beschäftigten steigt. In der Schweiz wollen sogar mehr als 40 Prozent der Unternehmen ihrer Personalstand ausbauen, während nur jedes neunte von einer positiven Geschäftsentwicklung ausgeht.

In der Personalarbeit bestimmt ganz klar der wirtschaftliche Erfolg beziehungsweise Misserfolg die Themen: Wer zu den Verlierern zählt, entlässt. Wer zu den Verlierern gehört, konzentriert sich drei bis fünf Mal häufiger auf Themen wie Talentmanagement, Anreizstrukturen und Arbeitgeberattraktivität.

Dennoch lernen die Personalabteilungen offenbar aus der Krise – so überhastet und unüberlegt wie bei der Krise um die Jahrtausendwende wird nicht eragiert. 80 Prozent der befragten Unternehmen nutzen Erfahrungen aus früheren Krisen, um die aktuellen Herausforderungen zu bewältigen. 90 Prozent der Personalbereiche sehen sich für zukünftige Krisen besser gewappnet. Die Personalbereiche setzen aufgrund der Krisenerfahrungen ihre Prioritäten teilweise neu: Von Platz elf auf Rang zwei der Prioritätenliste ist das Thema Performance Management geklettert, dicht gefolgt von Change Management und Talent Management auf den Rängen drei und vier. Weiterhin an erster Stelle auf der Agenda der Personalbereiche steht die Steigerung der Führungs- und Managementqualität.

Viel Spielraum haben die HR-Manager in diesem Jahr nicht, denn ihre Budgets sind ebenfalls von den Auswirkungen der Krise betroffen: Sie stagnieren 2010. Bei vielen HR-Abteilungen soll in diesem Jahr laut der Studie sogar sowohl bei der personellen als auch bei der finanziellen Ausstattung sogar noch gekürzt werden. Trotz weiterer Sparmaßnahmen beobachtet Kienbaum in der Personalarbeit den Trend zur Nachhaltigkeit. Langfristige Wettbewerbsvorteile lösen demnach kurzfristige Kosteneffekte ab. Außerdem gibt es einen Trend zum differenzierten Management des Personalportfolios. ems


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HORIZONT 05/2012 vom 02.02.2012
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