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21. Februar 2013

ZAW-Arbeitsmarktanalyse: Werbebranche bietet weniger Jobs an, sucht aber Spezialisten / Arbeitslosenquote steigt

Die Zahl der Stellenangebote für Kommunikationsexperten ist 2012 um 11 Prozent auf 4310 gesunken. Gleichzeitig ist die Arbeitslosenquote in diesem Zeitraum von 4,2 Prozent im Jahr 2011 auf 5,3 Prozent gestiegen. Dennoch hält der Wettbewerb um Spezialisten insbesondere mit digitalem Wissen sowie in den Arbeitsfeldern Strategie, Media und Internet an. „Sollte die Werbekonjunktur nach ihrem Einbruch im vergangenen Jahr wieder anziehen, wird der Expertenmangel noch spürbarer werden“, sagt Volker Nickel, Sprecher des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) in Berlin, der die Arbeitsmarktanalyse der Branche erstellt hat.

Nachdem in den vergangenen zwei Jahren vor allem die Medien und werbungtreibenden Unternehmen ihre Jobofferten für Kommunikationsexperten zurückgefahren hatten, treten nun nach drei Jahren erstmals auch die Agenturen wieder auf die Personalbremse: Dennoch fahren sie mit einem Minus von 9 Prozent auf 3630 Ausschreibungen ihre Angebote deutlich weniger zurück als die Medien mit einem Minus von 21 Prozent auf 459 und die werbungtreibenden Unternehmen um 27 Prozent auf 221 Offerten.

Treiber der Entwicklung ist die steigende Komplexität der Kommunikation. Diese führt dazu, dass Kompetenz von den Auftraggebern an die Agenturen ausgelagert wird. Dementsprechend haben die Agenturen 2012 vor allem Experten für die strategische Kunden- und Medienberatung, aber auch Kreative gesucht. Am stärksten haben die Arbeitgeber nach Account-Managern, Art-Direktoren, Projektleitern Marketing mit Schwerpunkt Werbung, Medienberatern, Plannern, Kundenbetreuern und Textern gesucht.

Entscheidend für die Zukunft der Arbeitgeber der Kommunikationsbranche wird der Wettkampf um Digitalspezialisten. Aktuell gehören bereits rund 42 Prozent der Arbeitsplätze in der kommerziellen Kommunikation zur Digitalwirtschaft: Von den insgesamt rund 936.000 Arbeitnehmern, die in den Kernbereichen (Werbungtreibende/Agenturen/Medien) sowie in Zulieferbetrieben (Industriezweige wie Druck und Papier) beschäftigt sind, ordnet der ZAW 390.000 zur Digitalwirtschaft. ZAW-Sprecher Nickel warnt davor, als Reaktion auf die gedämpfte Werbekonjunktur auf die Personalbremse zu treten: „Solche Kurzfristeffekte verdecken den bereits vor allem in Agenturen nachhaltig spürbaren Mangel an geeigneten Experten in den generalistischen Arbeitsbereichen Strategie und integrierter Kommunikation.“

Tatsächlich finden die Agenturen selbst Einstiegspositionen für ihre Kernarbeitsgebiete wie Art und Text nicht mehr so einfach wie noch vor einigen Jahren – ganz zu schweigen von Spezialisten mit Digital-Wissen. Das hat der Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA bei einer Umfrage zum Thema Nachwuchs ermittelt, die er anlässlich seines Herbstmonitors unter seinen Mitgliedern durchgeführt hat. So geben nur 5 beziehungsweise 3 Prozent der befragten Agenturchefs an, für Art und Text „leicht“ geeignete Bewerber auf dem gewünschten Qualifikationsniveau zu finden. ems


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