Unternehmen
28. Juli 2010
Henkell schluckt Kuemmerling
Im Markt für alkoholische Getränke bahnt sich ein Mega-Deal an. Die Sektkellerei Henkell & Co. will die Marken Kuemmerling Kräuterlikör, Fürst Bismarck Doppelkorn und Jacobi 1880 Alter Weinbrand von Beam Global Spirits & Wine übernehmen. Das kündigte das Tochterunternehmen des Oetker-Konzerns am heutigen Dienstag an. Mit der Übernahme, die noch vom Kartellamt genehmigt werden muss, baut Henkell & Co sein Portfolio an Premium-Spirituosenmarken weiter aus. Hier ist das Wiesbadener Unternehmen bislang unter anderem mit Wodka Gorbatschow, Batida und Cardenal Mendoza vertreten. Im Wein- und Sektsegment kommen noch die Kernmarke Henkell sowie unter anderem Fürst von Metternich, Deinhard, Kupferberg Gold und Söhnlein Brillant hinzu.
"Kuemmerling, Fürst Bismarck und Jacobi sind gut eingeführte und gepflegte Marken, die von den Verbrauchern nachgefragt werden und damit perfekt in unser Portfolio passen", sagt ein Henkell-Sprecher gegenüber HORIZONT.NET. Zu den finanziellen Details wollte er sich nicht äußern. Der Sprecher erwartet, dass das Kartellamt binnen sechs bis acht Wochen die Freigabe erteilt. Dann werden die rund 6 Millionen Flaschen, die bislang jährlich von den knapp 50 Mitarbeitern im Bodenheimer Beam-Werk produziert werden, von Henkell & Co. vertrieben.
Im Fokus stehen neben Deutschland auch die Schweiz und Österreich. In der Alpenrepublik ist Henkell bereits mit Scharlachberg Meisterbrand Marktführer im Segment Weinbrandt. Nach Angaben des Sprechers will Henkell prüfen, inwieweit es dort auch Wachstumschancen für die neu erworbenen Marken gibt.
Beam Global Spirits & Wine, der bisherige Eigentümer von Kuemmerling und Co, ist vor allem für die Whiskeymarke Jim Beam bekannt. Nach eigenen Angaben ist Beam mit einem Jahresumsatz von 2,5 Milliarden Dollar der viertgrößte Spirituosenanbieter der Welt. Kuemmerling gehört erst seit 2005 zum Portfolio des Unternehmens. Bis 2001 war die deutsche Traditionsmarke eigenständig. mas
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