Unternehmen
11. März 2010
Publicis Frankfurt startet Discount-Ableger Red Lion
Die Agentur Publicis Frankfurt startet eine Art Discount-Label. Unter dem Dach der Stammagentur entsteht derzeit eine Unit, die sich an Kunden richtet, die nicht den gesamten Apparat einer internationalen Networkagentur nutzen wollen. Der neue Ableger tritt unter dem Namen Red Lion auf und soll als Zweitmarke agieren. Red Lion ist eine bestehende Marke aus der internationalen Publicis-Gruppe. Der Name Red Lion und die Positionierung als "Billig-Label" dürfte bei Szenekennern Assoziationen wecken: Unter dem Namen White Lion agierte kurz nach der Jahrtausendwende eine Krefelder Discount-Agentur, die 2002 ihre Pforten schloss. Red Elephant wiederum war ein Konzept für ein ebensolchen Agenturmodell von Grey, das allerdings nie das Licht der Welt erblickte. Das nun von Publicis lancierte Konzept, ein kostengünstiges Angebot mit reduziertem Aufwand zu etablieren, erinnert an den sogenannten "Efficiency Tarif", mit dem Springer & Jacoby Ende 2005 für kurze Zeit sein Glück versucht hat.
Zielgruppe von Red Lion sind mittelständische, regionale und lokale Kunden, aber auch solche, bei denen für die Hauptmarke Publicis Konkurrenzkonflikte entstehen. "Wir brauchen eine flexible Einheit, mit der wir noch schneller auf die Anforderungen unserer Auftraggeber reagieren können", sagt Volker Selle, CEO von Publicis am Standort Frankfurt. Die Unit ist zunächst nicht als eigene GmbH organisiert und wird vom bestehenden Managementteam um CEO Selle geführt. Perspektivisch soll unterhalb der Geschäftsführung aber eine eigene Leitung für Red Lion installiert werden. Das dürfte auch nötig sein, wenn die Einheit wie geplant eigenes Geschäft machen soll. Darüber hinaus soll das Angebot auch Bestandskunden der Agentur unterbreitet werden. Gespräche mit möglichen ersten Auftraggebern laufen. Angst vor Kannibalisierungseffekten haben die Verantwortlichen dabei nicht.
Standortchef Selle legt Wert darauf, dass die Idee für Red Lion aus Frankfurt kommt. "Wir haben das Angebot im Rahmen unserer neuen Strategie für die Agentur entwickelt", so der CEO. Diese sieht darüber hinaus vor, das Digitalangebot weiter auszubauen. Zudem wurde unter anderem die Einheit "Public" ins Leben gerufen, die sich um öffentliche Aufträge kümmert. Durch das Krisenjahr 2009 sei man zwar mit Blessuren, insgesamt aber recht gut gekommen. So wurden laut Selle die Umsatzziele erreicht. Offenbar nicht zuletzt, um auch die Kostenseite noch besser in den Griff zu bekommen, entlässt die Agentur aktuell noch einmal acht Mitarbeiter. 2009 hatte sich Publicis Frankfurt über eine Transfergesellschaft von rund 20 Mitarbeitern getrennt. mam
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