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Young Business

19. August 2010

Deutsche Studenten sehen Kundenorientierung nicht als wichtige Kompetenz

Deutschlands Studenten stufen sich als kommunikationsbereit, teamfähig, engagiert, geschult in analytischem Denken und selbstbewusst ein. Von ihren potenziellen Arbeitgeber wähnen sie sich wegen genau dieser Eigenschaften wertgeschätzt und halten sich deshalb bestens für das Berufsleben gerüstet. Eine Fehleinschätzung, denn laut der Studentenbefragung Unicensus10 fehlen zwei von den Unternehmen geforderte Kernfähigkeiten: Die Arbeitgeber erwarten von ihren künftigen Mitarbeitern vor allem Flexibilität und Kundenorientierung. Eigenschaften, die vor allem die weiblichen unter den 1000 an 55 Hochschulen befragten Studenten als nachgeordnet einstufen. Bei den Studentinnen landet die Kundenorientierung auf dem vorletzten Platz. „Eine alarmierende Diskrepanz, wenn man bedenkt, dass in Deutschland knapp drei Viertel der Beschäftigten im Dienstleistungssektor tätig sind“, meint Olaf Kempin, Geschäftsführer bei den IT- und Software-Unternehmen Univativ in Darmstadt, das die Unicensus-Befragung jährlich seit 2007 durchführt.

Fast die Hälfte der deutschen Studenten finanzieren ihr Studium laut den Studienergebnissen nach wie vor mit Hilfe ihrer Eltern (45 Prozent). Ein Drittel geht dafür arbeiten und 16 Prozent nehmen Bafög in Anspruch. Stipendien und Darlehen spielen nur eine Nebenrolle. Dabei gibt e starke regionale Unterschiede: In München finanzieren 21 Prozent der Studenten ihre Ausbildung komplett über die Eltern, während es in Hamburg nur 17 Prozent so einfach haben. Folglich können es sich in Hamburg deutlich weniger Studenten leisten, ganz auf Jos zu verzichten, als in München.

Bei ihren Jobs wollen 67 Prozent Praxis sammeln, gefolgt von 61 Prozent, die für ihren Lebensunterhalt arbeiten und 50 Prozent, die mit dem Studentenjob ihren Berufseinstieg vorbereiten. Vor allem den Master-Studenten fällt es allerdings schwer, Hörsaal und Job miteinander zu verbinden (61 Prozent). Diplomanden fällt dies leichter, hier geben 47 Prozent an, Studium und Arbeit nur schwer unter eine Hut zu bekommen. Trotz aller Schwierigkeiten arbeiten mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent) mehr als fünf Stunden pro Woche während der Semester. 61 Prozent der Diplomanden müssen in ihren Vorlesungsplan zwischen 5 und 20 Stunden wöchentlich fürs jobben einplanen, bei den Bachelor- und Master-Studenten sind es 43 Prozent beziehungsweise 37 Prozent.ems

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HORIZONT 05/2012 vom 02.02.2012
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