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Young Business

16. Mai 2010

Ein Briefkasten und Männerphantasien überzeugen beim Projekt 72

Volles Haus bei der Präsentation der Studententeams des Projekt 72. Die Zuschauertribüne des Future Congress, mitten in der Ausstellungshalle des ADC Festivals 2010 ist komplett besetzt, als die Vertreter der vier Studententeams am Samstagnachmittag antreten, um zu zeigen, wie sie Ikea empfehlen, seinen Katalog möglichst aufmerksamkeitsstark und wirksam zu inszenieren. Die Aufgabe hatte ihnen Ikea-Marketingchefin Claudia Willvonseder drei Tage zuvor gestellt.

Den meisten Applaus gibt es für das Team der Hochschule Rhein-Main Wiesbaden (HRM). Die Studenten nutzen die von Willvonseder gebrieften Insights besonders gut aus und setzen deshalb auf Männerphantasien. Da 75 Prozent der Kunden des schwedischen Möbelhauses weiblich sind, nehmen sie die Männer ins Visier, platzieren die Botschaften dort, wo Männer anzutreffen sind, verlängern das Thema geschlechterspezifisch gesteuert ins Netz und präsentieren dem starken Geschlecht im September mit dem Katalog und anhand gesammelter Daten individuelle Optimierungsvorschläge für seine „Bude", die ihn direkt ins Möbelhaus leiten sollen.

Ebenfalls sehr gut kommt die Idee Briefkasten von den Vertretern der Hochschule für Gestaltung in Offenbach (HfG) an. Sie machen das Erscheinen des Katalogs zu einer Schnitzeljagd, bei der es darum geht, den goldenen Ikea-Briefkasten zu finden, in den der erste Katalog ausgeliefert wird. Hinweise gibt es unter anderem auf einer Website. Und zuletzt im neuen Ikea-Katalog. Wer den goldenen Breifkasten findet, gewinnt ein Sommerhäuschen in Schweden.

„Die beiden Ideen haben uns am besten gefallen. Sie arbeiten mit guten Geschichten und nutzen Insights gut aus", fasst ADC-Vorstand Stephan Vogel die Meinung von Agenturvertretern von Nordpol, Grabarz & Partner und dem Ikea-Marketing zusammen, die sich gemeinsam mit Vogel und den Studenten zu einer Feedbackrunde in den Arbeitsräumen des Projekt 72 zusammengefunden haben. Auch Ogilvy-Online-Kreativchef Michael Kutschinski, der die Studenten während der drei Tage betreut hat, ist begeistert: „Die Studenten haben sehr professionell gearbeitet und die Arbeiten phantastisch präsentiert. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, obwohl ich während der 72 Stunden wie die Studenten kaum geschlafen habe." ems


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HORIZONT 05/2012 vom 02.02.2012
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