Young Business
13. Dezember 2012
HORIZONT-Stiftung zeichnet erstmals drei Frauen aus
Juliane Henze, Simone Ringelstein und Nadia Nabout haben sich im Wettbewerb um das Stipendium und die Förderpreise der HORIZONT-Stiftung durchgesetzt. Damit zeichnet die Initiative des Deutschen Fachverlags (dfv) in Frankfurt, die sich seit 2006 zur Aufgabe gemacht hat, die Aus- und Fortbildung von Nachwuchskräften sowie von Wissenschaft und Forschung der Kommunikations-, Medien- und Werbeindustrie zu fördern, erstmals drei Preisträgerinnen aus.
„Echte Pionierarbeit“ leistet laut Jury Nadia Nabout mit ihrer Dissertation „Optimal Search Engine Marketing“, die vor allem die Möglichkeiten thematisiert, mit denen Unternehmen ihr Suchmaschinenmarketing optimieren können, insbesondere um optimale Bieterpreise bei Paid Search zu errechnen. Nabout beschäftige sich in ihrer Arbeit mit „sehr wichtigen Fragestellungen, die für Unternehmen in Marketing, Werbung und Medien von allerhöchstem praktischen Interesse sind“, begründen die Juroren die Vergabe des Förderpreises in Höhe von 5000 Euro an Nabout, die als akademische Rätin auf Zeit am Lehrstuhl für Marketing der Frankfurter Goethe-Universität arbeitet.
Mit dem Preisgeld will die 29-jährige Nachwuchswissenschaftlerin einen weiteren Forschungsaufenthalt in den USA oder Kanada finanzieren – auch um in der Community der wenigen Forscher, die sich mit Suchmaschinenmarketing beschäftigen, noch bekannter zu werden. Ihre weitere berufliche Zukunft, die sie sich als Professorin vorstellen kann, sieht Nabout indes eher auf dem europäischen Kontinent.
In der Praxis hat die zweite Förderpreis-Gewinnerin, Simone Ringelstein, bereits ihre berufliche Zukunft angelegt. Sie arbeitet seit April dieses Jahres als Leiterin Presse und Public Relations bei Fraunhofer-Allianz Energie in Freiburg. Die Jury hat sie zwar mit ihrem wissenschaftlichen Können überzeugt – die Auszeichnung gibt es für Ringelsteins Master Thesis. Gefallen hat den Juroren aber vor allem ihre „praktische Relevanz für Verlage“. Unter dem Titel „Wer hat Angst vorm blauen Spatz? Chancen und Herausforderungen sozial vernetzter Zeitungsredaktionen“ entwirft die 26-Jährige das Modell einer Wertschöpfungskette, die Social Media integriert, und listet eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten auf. „Die Arbeit liefert Material, das Verlagsmanagern die systematische Integration von Social-Media-Aktivitäten erleichtert“, lobt die Jury.
Wie unter anderem Social-Media-Plattformen in ihrem aktuellen Job am besten einzusetzen sind, will Ringelstein mit der PR-Grundausbildung an der Deutschen Akademie für Public Relations und anschließend mit der Fortbildung „PR Medien – Corporate Publishing“ bei Oeffentlichkeitsarbeit.de lernen und dies mit dem Preisgeld in Höhe von 5000 Euro finanzieren. Dem bereits gewählten praktischen Arbeitsgebiet will sie auch in Zukunft treu bleiben, da sie „schon im Studium an der Schnittstelle zwischen Journalismus und PR gerne gearbeitet hat“. Nur thematisch muss es passen: „Mit den Zielen meiner Auftraggeber möchte ich mich identifizieren können“, sagt Ringelstein.
Die Verbundenheit mit den Themen wie Ökologie, Nachhaltigkeit und Klimaschutz, die sich durch ihr Master-Studium erschließen, hat die diesjährige Stipendiatin der HORIZONT-Stiftung überzeugt, nicht im Journalismus, sondern in den Arbeitsgebieten Public Relations und Public Affairs eine berufliche Zukunft anzustreben. Seit September 2012 studiert Juliane Henze deshalb Environment, Politics & Globalisation am King’s College in London. Die 23-Jährige, die im August ihr Bachelor-Studium an der Hochschule Mittweida abgeschlossen hat, weiß, worauf sie sich mit dem Schritt zum Auslandsstudium entschlossen hat. Sie hat bereits mehrere Praktika im Ausland unter anderem in Kanada und Großbritannien absolviert und dabei verschiedene fachliche Optionen getestet. Unter anderem „ihre Fähigkeit, sich in frühen Jahren auch schon in internationalen Berufszusammenhängen zurechtzufinden“, hat die Juroren von dem Talent überzeugt. Die 5000 Euro sollen ihr helfen, das Master-Studium zu finanzieren, das aktuell zum Teil von ihren Eltern, aber auch mithilfe von zwei Nebenjobs getragen wird. ems
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