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Young Business

3. September 2009

Institute of Design feiert 25-jähriges Bestehen und baut sein internationales Netzwerk aus

IN.D-Leitung: Rolf Jeissing und Ulrike Krämer Ganz Hanseat, hat Rolf A. Jeissing bislang seine Arbeit gemacht, ohne darüber zu sprechen. Seit 25 Jahren legt er alles Herzblut in den Aufbau und Betrieb des Institute of Design (IN.D). Er freut sich zurückhaltend still, wenn wieder einmal einer seiner Zöglinge reüssiert. Bert Peulecke, bald Chief Creative Officer bei Heye, gehört dazu; Stefan Schulte, Geschäftsführer Kreation bei DDB Berlin, ebenso. Beide sind laut Big Won 2008 die besten deutschen Kreativchefs.

Dass Jeissing zum 25-jährigen Jubiläum des IN.D zumindest ein bisschen über seine Arbeit – und deren Früchte – spricht, liegt an Ulrike Krämer. Die Powerfrau ist nach Stationen unter anderem bei Grey, Draft und Otto 2003 beim IN.D eingestiegen. Sie leitet heute die Standorte in Hamburg und Berlin – und hält nicht viel von hanseatischer Zurückhaltung „am falschen Platz“.

Krämer ist forsch und spricht sichtlich stolz über das, was Jeissing und seit sechs Jahren auch sie auf die Beine stellen: Mehr als 1000 Studenten haben unter dem Motto „Denke wild, werde Häuptling“ ihr Design-Studium am IN.D absolviert und engagieren sich Krämer zufolge stark im Alumni-Netzwerk. Neben dem Gründungsstandort Hamburg gehören seit 1994 in Düsseldorf und seit 2007 in Berlin je eine Niederlassung zu dem privaten Ausbildungsinstitut, an dem Kommunikationsdesign mit den Schwerpunkten Packaging/Branding, Editorial/Verlagsdesign, Multimedia und Art Direction/Werbung studiert werden kann. Das Studium ist anerkannt und wird bei Bedarf staatlich gefördert (BAföG). Am IN.D können in den sieben Semestern Vollzeitstudium mehr Credit Points erworben werden, als für einen Bachelorabschluss nötig. „Deshalb ist mit unserem Abschluss ein postgraduales Studium europaweit möglich“, sagt Jeissen.

So können die Absolventen beispielsweise an Partnerhochschulen in Birmingham und Barcelona innerhalb von zwei Semestern den Master of Arts erreichen. Dies soll bald auch in weiteren Ländern möglich sein: „Wir streben weitere internationale Kooperationen an, um ein kreatives Rotationsprinzip zu schaffen“, sagt Krämer. Eine notwendige Weiterentwicklung, denn auch private Akademien wie die Miami Ad School Europe in Hamburg werben mit ihrer internationalen Anbindung und den Auslandsaufenthalten, die dadurch für die Studenten möglich sind (Horizont 28/2009).

Das Trommeln gehört für Krämer und mittlerweile auch für Jeissing zum Handwerk, „steht für uns aber nicht im Mittelpunkt“, sagt Krämer. „Im Mittelpunkt stehen unsere Studenten. Wir wollen aus ihnen Führungskräfte machen, die in der Lage sind, ein Team oder auch eine Agentur zu führen“, sagt Jeissing. Deshalb gehe es darum, nicht einfach Spezialisten auszubilden, sondern Persönlichkeiten.

Eine Aussage, die in der an Worthülsen nicht gerade armen Werbebranche den einen oder anderen zu hämischem Grinsen anregen könnte. Das sich aber in Luft auflösen dürfte, sobald derjenige erlebt, wie aufmerksam sich beispielsweise das Verwaltungsteam um Neuankömmlinge kümmert, dabei ergänzende Angebote wie Mappenkurse, Schnupperstudium oder Zulassungsvorschriften erklärt, und dabei den Nachwuchs offensichtlich einfach ernst nimmt. Dabei halten Jeissing und Krämer bei so manchem Jungdesigner mit heimwehschwerem Herzen auch als Ersatzeltern her, wenn es sein muss. Angesichts von Studenten aus 16 Herkunftsländern ist das wahrscheinlich recht häufig der Fall.

Zum 25-jährigen Jubiläum zeigt sich das IN.D aber trotz angestrebter Internationalität heimatverbunden: Die Studierenden schenken der Freien und Hansestadt Kampagnen und Aktionen mit dem Titel „Create Hamburg“. Dazu haben die Studenten des 7. Semesters im Sommer verschiedenste Auftritte entwickelt, die das kreative Potenzial der Stadt neu definieren sollen. Die besten Arbeiten, die in der vergangenen Woche eine Jury – unter anderem mit Babette Peters, Leiterin Hamburg und Design, Karl Dietrich Seikel, Medienkoordinator des Hamburger Senats, Ulrike Krämer und GWA-Präsident Peter John Mahrenholz – ausgewählt hat, werden beim Festakt an diesem Freitag im Casino Esplanade vorgestellt. Dann wird gefeiert! Eva-Maria Schmidt


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