HORIZONT.NET HORIZONTJobs HORIZONTstats

Young Business

16. April 2009

Organisiert ins Ausland: Wettbewerbsvorteil bei Arbeitsplatzsuche

Beim Kampf um das knappe Gut Arbeitsplätze wird Auslandserfahrung im Lebenslauf wichtiger. Aufgrund der Bachelorisierung werden Alternativen zum Auslandssemester immer beliebter.

Wenn in Agenturen und Unternehmen Einstellungsstopps verordnet werden, wird die Kürzungsschere oft an Juniorenstellen und Einstiegspositionen angesetzt. Das trifft vor allem frischgebackene Absolventen besonders hart. Was liegt daher näher, als seinen Lebenslauf schon während des Studiums auf Hochglanz zu „pimpen" - am liebsten durch einen Auslandsaufenthalt.

Stipendium für Kreative

Der DAAD vergibt das Stipendium zur künstlerischen Weiterbildung für Studierende aus den Bereichen Bildende Kunst, Grafik- oder Kommunikationsdesign und Film. Finanziert werden kann dabei nicht nur das klassische Auslandssemester, sondern auch ein Teilstudium von bis zu zwölf Monaten sowie eine maximal sechsmonatige Projektarbeit im Ausland. Voraussetzung ist die Einschreibung an einer ausländischen Gasthochschule. Deadline für die Bewerbung ist der 31. Oktober, die besten Kandidaten werden zum Fachgespräch eingeladen. Weitere Informationen unter www.daad.de.

Personaler aus der Kommunikationsbranche bestätigen, dass die Notwendigkeit internationaler Erfahrungen steigt: „Auch in der PR werden Kunden8etats internationaler, Pitches finden auf Englisch statt und Teams werden oftmals schon international zusammengestellt", sagt Julia Menninga, Human Resources Director Germany bei Pleon in Düsseldorf. Gutes Englisch sei ein Muss - und nicht zuletzt erarbeite man sich durch einen Auslandsaufenthalt interkulturelle Kenntnisse und Offenheit im Umgang mit Menschen. „Nicht jeder Absolvent muss zwingend ein Auslandssemester vorweisen können", relativiert Margit Scheller-Wegener, Chief People and Communication Officer bei DDB in Berlin. Internationalität spiele aber eine zunehmende Rolle: „Ein Assistent des CEO beispielsweise muss heute Kosmopolit sein." Sie rät: „Wer die Möglichkeit hat, ins Ausland zu gehen, sollte sie nutzen."

Finanzierung

Bei der Teilnahme an einem Austauschprogramm (Erasmus, Sokrates, Leonardo) werden die Studiengebühren der ausländischen Partnerhochschule erlassen. Um den Lebensunterhalt im Gastland zu finanzieren, kann Auslandsbafög beantragt werden. Das lohnt sich auch für Studenten, deren Antrag in Deutschland abgelehnt worden ist, denn es gelten andere Einkommensgrenzen. Wer im Ausland nicht auf Jobsuche gehen will, kann einen Studienkredit beantragen (www.bildungskredit.de, www.kfw-foerderbank.de). Beim akademischen Auslandsamt können sich Studierende über Möglichkeiten für Stipendien informieren.

Viele Studenten sind allerdings verunsichert von bürokratischen Hürden, die sich auf den ersten Blick auftürmen. „Grundsätzlich raten wir Studierenden, die sich für einen Auslandsaufenthalt interessieren, eineinhalb Jahre zuvor mit der Vorbereitung zu beginnen", sagt Frauke Schick, Beraterin beim Deutschen Akademischen Austausch Dienst (DAAD) in Bonn. Eine Möglichkeit ist, sich zunächst online über die Datenbank „Anabin" der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (www.anabin.de) über Zugangsvoraussetzungen zu informieren. „Der erste Gang sollte dann ins akademische Auslandsamt der eigenen Uni führen."

Dort informieren die Mitarbeiter über nötige Sprachkenntnisse, Zugangsvoraussetzungen, Einschreibefristen oder die Anerkennung von Scheinen. Die Experten wissen auch, an welche Stellen man sich bei Fragen zu Arbeit und Aufenthaltserlaubnis, eventuellen Impfungen und Wohnungssuche wenden kann und geben Hilfestellung bei der Beantragung von Auslandsbafög oder der Bewerbung um ein Stipendium.

Zentrale Adressen

- Deutscher Akademischer Austausch Dienst (DAAD): www.daad.de 
- College Contact: www.college-contact.com
- Bundesministerium für Bildung und Forschung: www.bmbf.de www.go-out.de
(Initiative des BMBF und des DAAD)
- International Education Centre (IEC), Hochschulagentur für Studienvermittlung: www.ieconline.de
- ZAV-Auslandsvermittlung der Bundesagentur für Arbeit, u.a. Auslandspraktika für Studenten: www.ba-auslandsvermittlung.de

Zudem gibt das akademische Auslandsamt Informationen über freie Studienplätze an Partnerunis. Doch über gängige Austauschprogramme, wie das Erasmus-Programm der Europäischen Union, stehen nur begrenzte Kapazitäten zur Verfügung, nicht immer ist ein Platz an der gewünschten Partneruni frei.

In diesem Fall lohnt sich eine Anfrage bei College Contact in Münster. Die private Organisation berät Studierende in allen Fragen rund um das weltweite Studieren und vermittelt Austauschsemester an Partnerhochschulen in Europa, Nord- und Mittelamerika, Afrika, Ozeanien und Asien. „Wir bieten Alternativen für Studierende, die ihren Auslandsaufenthalt privat organisieren möchten", erklärt Alexandra Michel, Beraterin bei College Contact. „Neben Fragen rund um das klassische Auslandssemester beraten wir auch Interessenten, die ein komplettes Bachelor- oder Masterstudium im Ausland absolvieren wollen." So gibt die Organisation auch Hilfestellung bei der Einschreibung an Designschulen in Australien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, Spanien oder den USA.

Go out! Studieren weltweit

Der Schwerpunkt der Bildungsmesse Study World in Berlin am 15. und 16. Mai heißt in diesem Jahr „Studieren in Kanada". Anlässlich der Messe veranstaltet der DAAD
zudem gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung am 14. und 15. Mai die Fachkonferenz zur internationalen Mobilität deutscher Studierender, die sich mit Themen wie der Vereinbarung von Studium und Auslandsaufenthalt oder Auslandspraktika beschäftigt. Infos, Programm und Anmeldung unter www.studyworld2009.com.
Eine weitere Alternative, die College Contact anbietet, sind in den Semesterferien belegte „Summer Sessions" an Universitäten in den USA oder Kanada: „Gerade bei Bachelor- oder Master-Studenten wird diese Option immer populärer", erklärt Michel. Grund dafür sei, dass die im Sommer an den Partnerunis belegten Kurse oft an der deutschen Hochschule anerkannt werden.

Damit dies auch problemlos klappt, leistet College Contact Hilfestellung und gibt Tipps, was im Vorfeld zu beachten ist. Zudem verlieren die Studierenden keine wertvolle Zeit - was gerade nach der Umstellung der Studiengänge die Hauptsorge der Studenten ist, wie Michel berichtet. „Viele kommen mit dem Wunsch, ein Auslandssemester zu absolvieren, zu uns, wissen aber nicht, wo sie es unterbringen sollen." Die Anzahl der Studenten, die heute mit der Studienordnung in der Hand zur Beratung kommt, habe zugenommen: „Sie haben Angst, sich ihre beruflichen Chancen durch ein verlängertes Studium zu verbauen."

Wer trotz straffen Stundenplans ein ganzes Semester im Ausland verbringen möchte, dem rät Michel dennoch dazu, dies zu tun - auch, wenn dies bedeute, ein halbes Jahr länger zu studieren: „Wenn das halbe Jahr sinnvoll genutzt wird, dann ist es keine verlorene Zeit." Als Beispiel nennt sie einen BWL-Studenten, der ein fachbezogenes Praktikum in einer Marketingabteilung im asiatischen Raum absolviert: „So etwas wird auch von Personalern gern gesehen." Nicole Pakalski


Weitere Nachrichten aus Young Business


 

Career News

HTML Text


HORIZONT Print

Seite1Klein2012.jpg

HORIZONT 20/2012 vom 17.05.2012
Springer denkt um: Vermarktungschef Peter Würtenberger will mit Asmi Aufgaben von Kreativ- und Mediaagenturen übernehmen

Zum Inhalt
Infos zum HORIZONT-Abo