Young Business
16. April 2009
Organisiert ins Ausland: Wettbewerbsvorteil bei Arbeitsplatzsuche
Beim Kampf um das knappe Gut Arbeitsplätze wird Auslandserfahrung im Lebenslauf wichtiger. Aufgrund der Bachelorisierung werden Alternativen zum Auslandssemester immer beliebter.Wenn in Agenturen und Unternehmen Einstellungsstopps verordnet werden, wird die Kürzungsschere oft an Juniorenstellen und Einstiegspositionen angesetzt. Das trifft vor allem frischgebackene Absolventen besonders hart. Was liegt daher näher, als seinen Lebenslauf schon während des Studiums auf Hochglanz zu „pimpen" - am liebsten durch einen Auslandsaufenthalt.
Stipendium für Kreative
Der DAAD vergibt das Stipendium zur künstlerischen Weiterbildung für Studierende aus den Bereichen Bildende Kunst, Grafik- oder Kommunikationsdesign und Film. Finanziert werden kann dabei nicht nur das klassische Auslandssemester, sondern auch ein Teilstudium von bis zu zwölf Monaten sowie eine maximal sechsmonatige Projektarbeit im Ausland. Voraussetzung ist die Einschreibung an einer ausländischen Gasthochschule. Deadline für die Bewerbung ist der 31. Oktober, die besten Kandidaten werden zum Fachgespräch eingeladen. Weitere Informationen unter www.daad.de.
Finanzierung
Bei der Teilnahme an einem Austauschprogramm (Erasmus, Sokrates, Leonardo) werden die Studiengebühren der ausländischen Partnerhochschule erlassen. Um den Lebensunterhalt im Gastland zu finanzieren, kann Auslandsbafög beantragt werden. Das lohnt sich auch für Studenten, deren Antrag in Deutschland abgelehnt worden ist, denn es gelten andere Einkommensgrenzen. Wer im Ausland nicht auf Jobsuche gehen will, kann einen Studienkredit beantragen (www.bildungskredit.de, www.kfw-foerderbank.de). Beim akademischen Auslandsamt können sich Studierende über Möglichkeiten für Stipendien informieren.
Dort informieren die Mitarbeiter über nötige Sprachkenntnisse, Zugangsvoraussetzungen, Einschreibefristen oder die Anerkennung von Scheinen. Die Experten wissen auch, an welche Stellen man sich bei Fragen zu Arbeit und Aufenthaltserlaubnis, eventuellen Impfungen und Wohnungssuche wenden kann und geben Hilfestellung bei der Beantragung von Auslandsbafög oder der Bewerbung um ein Stipendium.
Zentrale Adressen
- Deutscher Akademischer Austausch Dienst (DAAD): www.daad.de
- College Contact: www.college-contact.com
- Bundesministerium für Bildung und Forschung: www.bmbf.de www.go-out.de
(Initiative des BMBF und des DAAD)
- International Education Centre (IEC), Hochschulagentur für Studienvermittlung: www.ieconline.de
- ZAV-Auslandsvermittlung der Bundesagentur für Arbeit, u.a. Auslandspraktika für Studenten: www.ba-auslandsvermittlung.de
In diesem Fall lohnt sich eine Anfrage bei College Contact in Münster. Die private Organisation berät Studierende in allen Fragen rund um das weltweite Studieren und vermittelt Austauschsemester an Partnerhochschulen in Europa, Nord- und Mittelamerika, Afrika, Ozeanien und Asien. „Wir bieten Alternativen für Studierende, die ihren Auslandsaufenthalt privat organisieren möchten", erklärt Alexandra Michel, Beraterin bei College Contact. „Neben Fragen rund um das klassische Auslandssemester beraten wir auch Interessenten, die ein komplettes Bachelor- oder Masterstudium im Ausland absolvieren wollen." So gibt die Organisation auch Hilfestellung bei der Einschreibung an Designschulen in Australien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, Spanien oder den USA.
Go out! Studieren weltweit
zudem gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung am 14. und 15. Mai die Fachkonferenz zur internationalen Mobilität deutscher Studierender, die sich mit Themen wie der Vereinbarung von Studium und Auslandsaufenthalt oder Auslandspraktika beschäftigt. Infos, Programm und Anmeldung unter www.studyworld2009.com.
Damit dies auch problemlos klappt, leistet College Contact Hilfestellung und gibt Tipps, was im Vorfeld zu beachten ist. Zudem verlieren die Studierenden keine wertvolle Zeit - was gerade nach der Umstellung der Studiengänge die Hauptsorge der Studenten ist, wie Michel berichtet. „Viele kommen mit dem Wunsch, ein Auslandssemester zu absolvieren, zu uns, wissen aber nicht, wo sie es unterbringen sollen." Die Anzahl der Studenten, die heute mit der Studienordnung in der Hand zur Beratung kommt, habe zugenommen: „Sie haben Angst, sich ihre beruflichen Chancen durch ein verlängertes Studium zu verbauen."
Wer trotz straffen Stundenplans ein ganzes Semester im Ausland verbringen möchte, dem rät Michel dennoch dazu, dies zu tun - auch, wenn dies bedeute, ein halbes Jahr länger zu studieren: „Wenn das halbe Jahr sinnvoll genutzt wird, dann ist es keine verlorene Zeit." Als Beispiel nennt sie einen BWL-Studenten, der ein fachbezogenes Praktikum in einer Marketingabteilung im asiatischen Raum absolviert: „So etwas wird auch von Personalern gern gesehen." Nicole Pakalski
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