Young Business
26. September 2011
Unicensus 11: Studenten haben falsches Bild vom Berufseinstieg
Viele Berufseinsteiger dürften kurz nach dem Start in den ersten Job enttäuscht sein. Denn laut den Ergebnissen der Umfrage „Unicensus 11“ gehen die Erwartungen von Studenten an den Arbeitsplatz und die dort erlebte Realität weit auseinander. Während rund 43 Prozent der 1195 befragten Studenten eine fachliche Aus- und Weiterbildung, 27 Prozent Coaching und Mentoring sowie mehr als ein Fünftel (23,3 Prozent) erwarten Soft-Skill-Training, wissen die 1061 Akademiker mit Berufserfahrung, die Univativ ebenfalls Auskunft gegeben haben, dass es ganz anders aussieht: Nur rund 23 Prozent haben direkt nach den Berufseinstieg eine fachliche Aus- und Weiterbildung erlebt, 14,3 Prozent Coaching/Mentoring und mit 11,8 Prozent wurde an den Soft Skills gearbeitet. Tatsächlich passierte rund 61 Prozent der Absolventen, was 35,6 Prozent der Studenten erwarteten: Sie wurden ins kalte Wasser geworfen.Bis die Studenten das erleben, arbeitet etwas mehr als die Hälfte (51,5 Prozent) bereits während des Studiums und 63,3 Prozent während der Semesterferien. Rund ein Viertel der Studenten kann auf seine Jobs überhaupt nicht verzichten, da die Eltern überhaupt kein Geld zuschießen. Immerhin 16,9 Prozent leben allerdings im Studium quasi komplett von den Eltern. Die Zahl derer, die angeben, sie arbeiten, um den Lebensunterhalt zu verdienen, ist jedenfalls von fast 59 Prozent auf rund 54 Prozent gesunken.
Die Einführung von Bachelor und Master lässt den Studenten jedenfalls weniger Zeit für einen Studentenjob: Während im vergangenen Jahr noch mehr als die Hälfte (55,1 Prozent der Überzeugung waren, sie schaffen es zeitlich sehr gut, parallel zum Studium zu arbeiten, sind es nun nur noch 49,3 Prozent.
Immer häufiger arbeiten die Studenten, um neben dem Studium Praxiserfahrung zu sammeln. In diesem Jahr ist dies für 67,1 Prozent der Fall, bei der Unicensus-Umfrage im vergangenen Jahr waren es 64,1 Prozent. An die Möglichkeit, über den Studentenjob den Einstieg in ein Unternehmen zu finden, glauben aktuell weniger Befragte (43,3 Prozent) als noch vor 12 Monaten (47,5 Prozent). Dennoch machen sich viele Illusionen und hoffen auf eine sofortige Festanstellung nach dem Abschluss: Konnte die große Mehrheit (62 Prozent) der älteren Jahrgänge (Altersgruppe 35 - 39) noch eine reguläre Anstellung antreten, ist dies bei lediglich 44 Prozent der jungen Berufseinsteiger (Altersgruppe bis 24) der Fall. Ein Drittel von ihnen (34 Prozent) startete als Praktikant ins Berufsleben - im Vergleich zu den älteren Jahrgängen fast eine Verdreifachung (12 Prozent)! Auch diese Entwicklung scheint bei den Studentinnen und Studenten noch nicht angekommen zu sein: 54 Prozent rechnen mit einer regulären Anstellung, nur 12,5 Prozent mit einem Berufseinstieg als Praktikant. Überschätzt wird auch der Einstieg als Trainee. Glauben 21 Prozent des akademischen Nachwuchses an diese Perspektive, bestätigen lediglich 14 Prozent der jungen Berufseinsteiger, dass sie ihre Laufbahn als Trainee begonnen haben, bei den älteren Jahrgängen sind es sogar nur 8 Prozent. ems
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